Russische Bank erlässt Zeitung ruinöse Geldstrafe

21. Juni 2002, 10:59
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Gegen "gefährlichen Präzedenzfall für die Freiheit des Wortes"

Die russische Meschprombank hat der wegen Geschäftsschädigung verurteilten Moskauer Zeitung "Nowoja Gaseta" die ruinöse Geldstrafe von 15 Millionen Rubel (500.000 Euro) erlassen. Die Bank erklärte am Freitag, sie wolle "keinen gefährlichen Präzedenzfall für die Freiheit des Wortes schaffen" und lasse die Strafe deshalb nicht vollstrecken, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Eine Zahlung hätte die Zeitung in den sofortigen Bankrott getrieben.

Die wegen ihrer kritischen Berichterstattung bekannte "Nowaja Gaseta" hatte geschrieben, die Meschprombank sei im Februar 2002 in Fälle von Geldwäsche verwickelt gewesen. Daraufhin hatte die Bank vor Gericht einen Schadenersatz von 15 Millionen Rubel wegen Geschäftsschädigung durchgesetzt. In der russischen Öffentlichkeit war der Prozess als weiterer Versuch der Knebelung der Medien gewertet worden. (APA/dpa)

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