Es kam, flog nicht weit und zerbrach doch

21. Juni 2002, 10:27
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Pech für Hamburger "Wuuul"-Aktionisten: 800 Kilogramm schweres Grünkern-Laberl zerfiel auf dem Weg zum Katapult

Hamburg - In der umstrittenen Aktion »Ferment des sozialen Stoffwechsels - der Bratling« haben Künstler am Donnerstagabend versucht, ein 800 Kilogramm schweres Grünkern-Laberl in den Himmel über Hamburg zu schießen. Dabei hatte die Künstlergruppe "Wuuul" Pech: Beim 15 Meter langen Transport vom Ofen zum Katapult brach die "Frikadelle" auseinander. Nur notdürftig gekittet, zerfiel das Laberl in der Luft in Bruchstücke, die in 25 Meter Entfernung auf dem Elbstrand landeten. Viele der 500 Schaulustigen nahmen sich Bratling-Reste als Souvenir mit nach Hause.

Ob das Grünkern-Laberl wie geplant konserviert und in ein Museum gebracht werden kann, war zunächst unklar. Die Aktion mit der zwölf Meter hohen Holzschleuder war Teil des Kunstfestivals "Artgenda". Der fliegende Getreidehamburger, der zuvor zwei Tage lang auf einem Grill gebraten worden war, sollte nach Wunsch der Künstlergruppe "Wuuul" auf "außergewöhnliche Weise außergewöhnliche Bilder erzeugen".

Wochenlang war in der Hansestadt heftig über den Abschuss des schwergewichtigen Bratlings gestritten worden. Politiker und Bürger hatten die Unterstützung der Aktion mit 10.000 Euro an öffentlichen Geldern als Geldverschwendung bezeichnet. Mit Nahrungsmitteln dürfe "man keinen Schindluder treiben", hatte Innensenator Ronald Schill betont. Bürgermeister Ole von Beust hatte laut Kulturbehörde aber entschieden, dass sich die Politik nicht in die Kunst einmischen werde. (APA/AP)

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    foto: wuuul/artgenda
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