Fünfter Bombenanschlag in zwei Tagen in Spanien

22. Juni 2002, 18:25
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Explosionen bei Malaga und in Santander - Am Samstag niemand verletzt

Malaga - Zum Ende des EU-Gipfels sind am Samstag in Spanien zwei weitere Bombenanschläge verübt worden: Auf dem Parkplatz eines Hotels bei Malaga explodierte zu Mittag eine Paketbombe, zwei Stunden später flog in der nordspanischen Stadt Santander ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in die Luft. Verletzt wurde niemand. Wie bei den drei Anschlägen am Freitag konnte die Polizei nach telefonischen Warnungen die betroffenen Gebiete evakuieren.

Die Anrufer warnten im Namen der baskischen Separatistenorganisation ETA eine halbe Stunde vor den Explosionen vor den Anschlägen. Nach Einschätzung von Beobachtern wollte die ETA mit der Serie von fünf Anschlägen binnen zwei Tagen zeigen, dass sie immer noch in ganz Spanien zuschlagen kann.

Sachschäden

Wie die spanische Polizei mitteilte, entstanden beim jüngsten Anschlag in Santander Schäden an Gebäuden und Autos. Zuvor war im Süden des Landes zwischen den Touristenorten Fuengirola und Mijas auf einem Parkplatz eine Zwei-Kilogramm-Bombe detoniert, die in einer Sporttasche versteckt war. Die beiden Hotels in der Nähe konnten vor der Explosion geräumt worden.

Am Freitag waren in Spanien bei der Explosion von drei Autobomben insgesamt neun Menschen verletzt worden. Alle Anschläge wurden der ETA zugeschrieben. In Saragossa detonierte am Abend eine Autobombe im Parkdeck eines großen Kaufhauses. Zwei Wachmänner und ein junger Franzose wurden leicht verletzt. Die nordostspanische Stadt entging dabei offenbar nur knapp einem Blutbad. Nach Angaben der Behörden hatten die Sicherheitskräfte nach dem Erhalt einer telefonischen Warnung nur 20 Minuten Zeit, das Kaufhaus räumen zu lassen.

Das Attentat weckte in Spanien bittere Erinnerungen an den bisher blutigsten ETA-Anschlag, den die Terroristen praktisch auf den Tag genau vor 15 Jahren auf ein Einkaufszentrum in Barcelona verübt hatten. Damals waren 21 Menschen getötet und 45 verletzt worden.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach der spanischen Regierung nach der Serie von Bombenanschlägen sein Mitgefühl aus. Zugleich versicherte Schröder dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar am Samstag zum Abschluss des EU-Gipfels in Sevilla seine Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus. "Wir werden diesen Kampf mit Entschiedenheit führen und auch gewinnen", sagte Schröder.

Seit Beginn des Kampfes der ETA für einen eigenen baskischen Staat in den 60er Jahren sind mehr als 800 Menschen getötet worden. Die Organisation wird von der Europäischen Union und den USA als terroristische Gruppe betrachtet. (APA/AP/dpa)

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