Ungesundes Treibhaus

20. Juni 2002, 23:30
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"Eine wärmere Erde wird eine kränkere Erde sein" - der Klimawandel fördert Krankheiten

Ithaca - Eine wärmere Erde wird eine kränkere Erde sein, warnen Forscher der Cornell University, Ithaca, die zusammengetragen haben, was man über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben weiß: Eine Vogelart auf Hawaii etwa wird zum absehbaren Aussterben getrieben, weil mit der Erwärmung Moskitos in höhere Regionen vordringen und eine tödliche Krankheit mitbringen. Die Vögel können nur nach oben ausweichen, aber irgendwann hören die Berge auf.

Solche Habitatsverlagerungen von Krankheitserregern und/oder -überträgern lassen sich in vielen Ökosystemen beobachten, etwa auch in den Meeren, wo sie regional Austern bedrohen. Ob damit allerdings auch Krankheiten von Menschen weiter verbreitet werden, ist hoch umstritten und bei der häufig als Beispiel zitierten Malaria nach allen Belegen nicht der Fall.

Neben Habitatsverlagerungen wird sich vor allem die Erwärmung selbst auswirken: Viele Krankheitserreger und -überträger profitieren von ihr, sei es im Winter, der dann etwa unter den Zecken weniger Opfer fordert, sei es im Sommer, in dem sich etwa Insekten stärker vermehren und häufiger stechen, und zwar Tiere, die dann unter Hitzestress stehen. (jl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. 6. 2002)

"Science", Vol. 296, S. 2158
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