Sechs Tote bei Angriff auf jüdische Siedlung

20. Juni 2002, 22:33
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Bewaffnete nahmen bei Nablus mehrere Geiseln - Israelische Sicherheitskräfte stürmten Haus

Jerusalem - Zwei palästinensische Terroristen sind am Donnerstagabend in eine jüdische Siedlung im Westjordanland eingedrungen und haben vier Israelis getötet, darunter zwei Kinder. Vier weitere Siedler wurden verletzt. Wie der israelische Rundfunk berichtete, überfielen die Palästinenser die Siedlung Itamar südöstlich von Nablus und eröffneten das Feuer. Danach hätten sie sich in einem Wohnhaus verschanzt und die Bewohner als Geiseln genommen. Israelische Sicherheitskräfte stürmten am Abend das Haus. Die Palästinenser kamen dabei ums Leben.

Bekenner: Volksfront für die Befreiung Palästinas

Der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) bekannte sich in Anrufen bei mehreren Nachrichtenagenturen zu der Aktion. Ministerpräsident Ariel Sharon kam am Abend mit Sicherheitsberatern zusammen. Zuvor hatte der der Hisbollah nahestehende libanesische Fernsehsender El Manar berichtet, die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas (DFLP) habe sich zu dem Überfall bekannt.

Ein Fernsehreporter sagte, bei den Toten handle es sich um Mitglieder einer einzigen Familie. Aussagen eines Nachbars zufolge hat die Familie sieben Kinder. Der Vater sei zum Zeitpunkt des Überfalls nicht zu Hause gewesen.

Nach Angaben der Einsatzkräfte vor Ort befanden sich am Abend noch Verletzte mit mindestens einem der Angreifer in dem Haus. Unter den Verwundeten sei auch ein Soldat, berichtete das israelische Radio. (APA/dpa/AP)

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