Kärntner Wissen für die Lagune von Grado

20. Juni 2002, 21:17
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Kärnten und Friaul kooperieren bei Abwasser-Monitoring

Klagenfurt/Udine - Kärntner Abwasser-Know-how soll bei der Reinhaltung der Lagune von Grado Anwendung finden. Die Region Friaul-Julisch-Venetien will gemeinsam mit Kärnten ein Monitoring-Projekt durchführen, das den Aufbau eines grenzüberschreitenden Informationssystems über das gesamte Abwasserkanalnetz der beiden Regionen zum Ziel hat.

Das EU-geförderte Interreg-Projekt wurde am Donnerstag von Naturschutzreferent Georg Wurmitzer, Umweltlandesrat Herbert Schiller und dessen friulanisches Pendant Paolo Ciani vorgestellt. Mithilfe dieses Monitorings soll die Reinhaltung des Wassers gesichert werden. Vor allem Italien hat dabei erhöhten Handlungsbedarf.

Besonderes Augenmerk gilt dabei der Lagune von Grado

Das EU-Interreg-Projekt wird zunächst in den Gebieten Görz und San Giorgio Nogaro realisiert. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Lagune von Grado. Sie muss bis 2005 den festgelegten Reinheitskriterien der EU entsprechen.

Kärnten nimmt bei der Reinhaltung seiner Gewässer eine Vorreiterrolle ein. Mehr als 60 Prozent aller Kärntner Haushalte sind bereits an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Das von Kärntner Firmen entwickelte Informationssystem - eine digitale Erfassung des gesamten Kanal-und Wasserleitungsnetzes unter der Erde - wurde bereits in etlichen Kärntner Gemeinden umgesetzt. Schiller: "Damit können jederzeit Lecks oder Verunreinigungen aufgespürt und beseitigt werden."

Gemeinsame Abwasser-Monitoring vorstellbar

Für Paolo Ciani ist das Kärntner Know-how daher "sehr wichtig": "Friaul reicht von den Alpen bis zum Meer - beides sind ökologisch sehr sensible Gebiete." Läuft das Projekt gut, kann sich Ciani vorstellen, "dass man das gemeinsame Abwasser-Monitoring in ganz Italien übernimmt".

Naturschutzlandesrat Wurmitzer und Umweltlandesrat Schiller freuen sich, dass mit dem Abwasser-Pilotprojekt bereits der zweite grenzüberschreitende Schritt im Umweltbereich gesetzt wurde. Bereits in den 90er-Jahren gab es mit Slowenien eine gemeinsame Erhebung der Wasserresourcen. Wurmitzer: "Wasser und Luft als wichtigste Lebensmittel kennen keine Grenze. Deshalb ist die Zusammenarbeit ein Gebot der Stunde."

Die Kosten für das Abwasser-Monitoring-Projekt beziffert Wurmitzer in der ersten Anlaufphase mit rund 218.000 Euro. Das Land Kärnten übernimmt Schulungen der Italiener, die etwa mit 72.000 Euro zu Buche schlagen. Die Hälfte der Kosten trägt die EU, die andere teilen sich das Kärntner Naturschutz- und das Umweltressort. (stein, DER STANDARD, Print-Ausgabe 21.6.2002)

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