Aznar wirbt für Kampf gegen illegale Einwanderung

20. Juni 2002, 19:45
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Brief an 14 EU-Kollegen vor Gipfel in Sevilla - Unterstützung der Konservativen im Europaparlament

Sevilla - Einen Tag vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Union hat der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar bei seinen EU-Kollegen um Unterstützung im Kampf gegen illegale Einwanderung geworben. Der Gipfel in Sevilla müsse ein deutliches Signal zur Bekämpfung des Menschenhandels senden, der ein Verbrechen und ein Affront gegen die Menschenrechte sei, schrieb Aznar am Donnerstag an die 14 EU-Regierungschefs.

Das Thema Einwanderung sei für immer mehr Bürger eng mit Fragen der Sicherheit verbunden, auf die sie von der EU Antworten erwarteten, erklärte Aznar. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei dem zweitägigen Treffen ein Aktionsprogramm beschließen, mit dem die illegale Einwanderung nach Europa besser bekämpft werden soll. Nach EU-Angaben reisen jährlich rund 500.000 Menschen illegal in die Mitgliedstaaten ein.

Die Konservativen im Europäischen Parlament haben bereits ihre Unterstützung für einen Vorschlag Aznars erklärt, wonach die EU ihre Entwicklungshilfen künftig vom Engagement der jeweiligen Länder gegen illegale Einwanderung abhängig machen sollte. Aznars Plan sei realistisch und praktikabel, erklärte der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Wilfred Martens. Einige EU-Staaten, darunter Frankreich und Schweden, sprachen sich hingegen gegen das Vorhaben aus.(APA/AP)

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    Am Mittwoch war Aznar zu Gast bei Premierminister Tony Blair.

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