Krise deutscher Verlage trifft Werbebranche

20. Juni 2002, 18:58
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... und soll "länger als erwartet dauern", Besserung erst 2003

Die Stimmung war am Donnerstag beim "Zeitungstag" des Medienforums Nordrhein-Westfalen gedrückt. Wie bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei der dem Vernehmen nach rund 240 Stellen abgebaut werden sollen, wälzen auch andere deutsche Verlagshäuser Sparpläne. Die Prognose des Präsidenten des Verbandes Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, vermochte die Laune kaum zu heben: "Die Krise in der Zeitungsbranche wird länger als erwartet dauern", so Heinen. Eine Besserung zeichne sich erst für 2003 ab.

Scharfe Kritik richtete Heinen gegen die Pläne der EU-Kommission für die Einführung eines Tabakwerbeverbots. Allein in Deutschland und Österreich wären bei der Umsetzung von Werbeverboten 100.000 Arbeitsplätze in der Kommunikationswirtschaft gefährdet. Schon derzeit liege "die Werbung am Boden", so Heinen.

Die Einschätzung teilt der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Der Verband hat eine Wende zum Besseren für das laufende Jahr "weitgehend abgeschrieben", so Präsident Hans-Henning Wiegmann. Die rückläufigen Werbeeinnahmen der Medien in der ersten Jahreshälfte seien "kaum noch auszugleichen". Für die kommenden Jahre rechnet der ZAW mit moderaten Zuwachsraten im Ausmaß von ein bis drei Prozent.

Einbruch

Die jetzt vorliegenden Zahlen zeigen für 2001 einen Einbruch. Demnach gingen die Nettowerbeeinnahmen der Medien um 7,3 Prozent auf 21,68 Milliarden Euro in Deutschland zurück. Am stärksten betroffen die Tageszeitungen mit einem Rückgang von 14 Prozent. (afs, prie/DER STANDARD, Printausgabe, 21.6.2002)

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