Hirschmann als Bankchef im Gespräch

20. Juni 2002, 17:31
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Steirische ÖVP bereitet Boden für bundesweiten Banken-Deal zwischen Erste Bank und "Steiermärkischer"

Graz/Wien - Der steirische Sport- und Kulturlandesrat Gerhard Hirschmann ist als neuer Vorstandschef eines - in Planung stehenden - Bankenverbundes zwischen Erste Bank und Steiermärkische Bank und Sparkassen AG ("Steiermärkische") im Gespräch.

Hirschmann am Donnerstag im STANDARD-Gespräch zu den kursierenden Gerüchten: "Ich habe drei Optionen für einen Umstieg in die Privatwirtschaft. Eine davon kommt aus der Bankenwelt, zwei von namhaften Konzernen. Ich kann die Optionen täglich ziehen." Dass es sich bei der "Bankenoption" um den geplanten Deal zwischen der Erste Bank und der "Steiermärkischen" handelt, wollte Hirschmann nicht bestätigen.

Weichen für Bankendeal

Die steirische Politik stellt in diesen Tagen jedenfalls die Weichen für einen sich abzeichnenden bundesweiten Bankendeal. Durch jüngste Veränderungen im Aufsichtsrat der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG ("Steiermärkische") ist der Weg nun frei für jene geplante - Anfang des Jahres am Widerstand der SPÖ gescheiterten - Verschmelzung der Erste Bank mit der "Steiermärkischen".

Die Landes-ÖVP hat sich kürzlich still und leise im Aufsichtsrat der "Steiermärkischen" (Bilanzsumme acht Mrd. €) über den Umweg einer Verkleinerung des Aufsichtsratsgremiums die Dreiviertelmehrheit im obersten Bankgremium verschafft. Die SPÖ verlor dadurch die Sperrminorität und kann in Hinkunft keine Entscheidungen des Bankaufsichtsrates mehr behindern. Wie eben jene des Erste-Deals.

ÖVP sinnt auf Rache

Die Erste Bank unter General Andreas Treichl will schon seit Längerem über einen Aktientausch in der "Steiermärkischen" mehrheitlich einsteigen. Derzeit hält die Erste Bank 25 Prozent. Zu Beginn des Jahres tauchten erste Indiskretionen über eine bevorstehende Verschmelzung der Ersten mit Österreichs größter Regionalbank auf. Der Deal scheiterte aber an den SP-Aufsichtsräten. Seitdem sinnt die VP, die den Zusammenschluss begrüßt, auf Rache.

Die Vorstandsetage der Wiener Erste Bank zeigt sich, nachdem der erste Anlauf scheiterte, noch zurückhaltend. Das Geldinstitut sei bereit, aber "abwartend". (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe 21.6.2002)

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    Hat nach eigenen Angaben drei Optionen für einen Umstieg in die Privatwirtschaft: Der steirische Sport- und Kulturlandesrat Gerhard Hirschmann.

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