Karsli kündigt Klage gegen Spiegel und Friedman an

20. Juni 2002, 16:52
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Umstrittener Ex-Grüner will die beiden Chefs des Zentralrats der Jude wegen "Verleumdung, Ehrverletzung und Rufmord" verklagen

Düsseldorf - Der wegen antiisraelischer Äußerungen kritisierte parteilose Abgeordnete zum nordrhein-westfälischen Landtag Jamal Karsli will den Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und dessen Stellvertreter, Michel Friedman, klagen. "Ich werde Spiegel und Friedmann wegen Verleumdung, Ehrverletzung und Rufmord verklagen", sagte Karsli am Donnerstag in Düsseldorf der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich wehre mich gegen den Vorwurf, Antisemit zu sein. Ich bin kein Antisemit", fügte er hinzu. Weitere Einzelheiten wollte der aus Syrien stammende Ex-Grünen-Politiker, der kurzzeitig als Parteiloser der FDP-Landtagsfraktion angehört hatte, am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Karslis Aufnahme in die FDP-Landtagsfraktion und der Streit des nordrhein-westfälischen FDP-Chefs Jürgen Möllemann mit Friedman stand im Mittelpunkt des Konflikts zwischen der FDP und dem Zentralrat der Juden. Karsli hatte der israelischen Regierung im Umgang mit den Palästinensern "Nazi-Methoden" vorgeworfen. Möllemann hatte erklärt, Friedman und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon würden den Antisemiten in Deutschland Zulauf verschaffen. Der Streit war auch bei einem Treffen zwischen der Spitze des Zentralrats und der FDP nicht gänzlich beigelegt worden.

Möllemann, der auch Präsident der deutsch-arabischen Freundschaftsgesellschaft ist, hat die Selbstmordattentate von Palästinensern unterdessen ausdrücklich verurteilt. Diese Art von Gewalt sei inakzeptabel, sagte Möllemann am Mittwochabend in Hamburg. Zugleich bekräftigte er seine frühere Kritik an der Regierung Sharon: "Wer anderer Leute Länder besetzt, darf sich nicht wundern, wenn die sich wehren."(APA/Reuters/dpa)

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