France Telecom erzielt Einigung mit Mobilcom-Gläubigerbanken

20. Juni 2002, 17:29
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Franzosen drängen auf Rückzug von Firmengründer Schmid (Bild)

Im zähen Ringen um die Übernahme von Mobilcom ist France Telecom einen Schritt weiter gekommen. Der Konzern erzielte mit den 17 Gläubigerbanken eine grundsätzliche Einigung über die Umschuldung eines 4,7-Milliarden Euro-Kredits. Nun müsse eine Lösung für die Lieferanten-Kredite von Nokia und Ericsson gefunden werden, erklärte France-Telecom-Sprecher Bruno Janet am Donnerstag in Paris. Zudem müsse Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid als Aktionär und Firmenchef gehen.

Ablöse?

Die Ablösung Schmids an der Spitze des Unternehmens könne bereits am Freitag vollzogen werden, sagte Janet mit Blick auf die Mobilcom-Aufsichtsratssitzung. Schmid müsse sich zudem auf harte Verhandlungen über die Übernahme seines Aktienpakets einstellen. Der Firmengründer und seine Frau halten rund 50 Prozent der Anteile. Schmid fordert 22 Euro pro Aktie, France Telecom bietet dem Vernehmen nach etwa zehn Euro.

Einigung

Die noch nicht unterzeichnete Einigung mit den Banken über einen 4,7-Milliarden-Euro-Kredit für Mobilcom, der Ende Juli fällig wird, werde die Verschuldung von France Telecom nicht erhöhen, betonte Janet. Die Franzosen stehen mit mehr als 60 Milliarden Euro in den roten Zahlen. Laut "Financial Times Deutschland" sollen die Mobilcom-Verbindlichkeiten in eine Wandelanleihe im Volumen von 4,2 Milliarden Euro getauscht werden.

Transformation

Die Anleihe könne zu einem Kurs von rund 45 Euro in France-Telecom-Aktien umgewandelt werden. Die Banken dürften 90 Prozent der Mobilcom-Anleihe zu einem Minimalpreis von 45 Euro je Aktie verkaufen, schrieb das Blatt. Bis zum frühen Donnerstagnachmittag gaben France Telecom an der Pariser Börse um fast zehn Prozent nach und notierten unter 14 Euro.

Freude

Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch begrüßte die Einigung zwischen Banken und France Telecom. "Ich halte das für ein positives Zeichen für die Zukunft unseres Unternehmens", erklärte er. Der französische Konzern habe eine gute Lösung gefunden. Ohne eine Weiterfinanzierung des Kredits hätte Mobilcom die Pleite gedroht.

Kreditwünsche

France-Telecom-Sprecher Janet erklärte, als nächstes würden nun Verhandlungen mit den Mobilcom-Lieferanten Nokia und Ericsson über einen 1,1-Milliarden-Euro-Kredit aufgenommen. Der französische Konzern hält 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Unternehmen und liegt seit Monaten mit Schmid im offenen Streit über die UMTS-Geschäftspolitik. Letzte Woche kündigten die Franzosen einseitig den Kooperationsvertrag. (APA)

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