Konkurs über Low Cost Telekommunikation: Wesentlich höhere Schulden

20. Juni 2002, 15:44
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Über 7 Millioen Euro Forderungen schon anerkannt - Nur 16.000 Euro Aktiva

Die Mitte April in den Konkurs geschlitterte Firma Low Cost Telecommunications GmbH (vormals: tera com. Telecom consulting GmbH) aus Zell am See hat wesentlich mehr Schulden als zu Beginn des Verfahrens bekannt war. Bei der heutigen Tagsatzung am Salzburger Landesgericht wurden von 87 Gläubigern Forderungen in der Höhe von 10,324 Mill. Euro angemeldet, von denen 7,044 Mill. Euro schon anerkannt wurden, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit. Bei Konkurseröffnung waren die Schulden mit 4,45 Mill. Euro beziffert worden.

Hoher Schuldenberg

Dem hohen Schuldenberg stehen laut AKV nach Verwertung des gesamten Vermögens nur 16.000 Euro Aktiva gegenüber. "Der hohe Schuldenstand im Verhältnis zu dem geringen vorgefundenen Vermögen ist insbesondere deshalb erstaunlich, als das gemeinschuldnerische Unternehmen lediglich in einem Zeitraum von weniger als zwei Jahren eine unternehmerische Tätigkeit ausübte", heißt es in der Aussendung.

Restlose Aufklärung

"Um den früheren Zahlungsströmen nachzugehen und eine restlose Aufklärung der früheren Vermögensgebarung zu ermöglichen, ergeht nunmehr - nach abgehaltener Prüfungstagsatzung - ein entsprechender Bericht an die Staatsanwaltschaft", so der Kreditorenverband.

Das Unternehmen beschäftigte sich mit dem Anbieten von Telefondienstleistungen, wobei Kunden "Router" angeboten wurden, um damit zum jeweiligen Billigsttarif telefonieren zu können. Die Router wurden nach Angaben des Unternehmens zuerst an die Kunden verkauft. Später wurden sie jedoch unentgeltlich zur Verfügung gestellt, wobei im Gegenzug ein Aufschlag zu den Gesprächskosten verrechnet wurde. Laut AKV waren zuletzt 43 Mitarbeiter beschäftigt, davor waren es bis zu 70 gewesen. (APA)

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