Christian Doppler-Labor widmet sich dem Recycling von Metallen

20. Juni 2002, 15:04
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Leoben - Mit innovativen Recyclingmethoden im Bereich der Metallverarbeitung beschäftigt sich das neu gegründete Christian Doppler-Labor für Sekundärmetallurgie der Nichteisenmetalle an der Montanuniversität Leoben. Während die Metalle primärmetallurgisch mit hohen Energiebeträgen gewonnen werden, benötigt die Sekundärmetallurgie oft nur ein Zehntel dieses Energieeinsatzes - allerdings bei meist nicht immer gleichwertigen Produktqualitäten. Hier will das neue CD-Labor mit seiner Forschungsarbeit einsetzen, um mit weniger Energie bessere Endprodukte zu erhalten.

Hauptziele des neuen CD-Labors unter der Leitung von Helmut Antrekowitsch vom Institut für Nichteisenmetallurgie sind demnach verfahrenstechnische Optimierungen der Rezyklierungsprozesse in ökologischer und ökonomischer Hinsicht, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der Universität. Dabei beschäftigt sich die Sekundärmetallurgie der Nichteisenmetalle speziell mit der Aufarbeitung von Reststoffen wie Schlacken, Stäuben und Schrotten, die bei der Herstellung und Verarbeitung von Metallen anfallen. Mit HiIfe einer Vielfalt von Verfahren (Pyro-, Hydro- und Elektrometallurgie) versucht man, diese Ausgangsstoffe zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten.

Im Wesentlichen sollen durch die Sekundärmetallurgie im Bereich der Nichteisenmetallurgie Einsparungen hinsichtlich des Energieverbrauches und die Verringerung von Deponien sowie Schadstoffemissionen erreicht werden. Die geplanten grundlagenwissenschaftlichen Forschungen beziehen sich auf die Teilgebiete Leichtmetalle, Kupfer und Edelmetalle sowie Refraktärmetalle (z.B. Wolfram, Chrom, Vanadium).

"Durch die Vielfalt der Werkstoffe wird ein sortenreines Recycling immer schwieriger, so dass Forschungstätigkeiten auf diesem Sektor eine immer größere Bedeutung erlangen, um hochwertige Produkte auf sekundärmetallurgischem Weg herzustellen", so der Institutsleiter. Insbesondere geht es um die Analyse der Wechselwirkung zwischen den einzelnen Elementen sowie den Einfluss der Atmosphäre, des Druckes und der Temperatur des Verarbeitungsprozesses, die im Wesentlichen im Recyclingverfahren die physikalisch-chemischen Reaktionen bestimmen. Hierbei stellt die Beschreibung der Thermodynamik und Kinetik der einzelnen Schmelz-, Raffinations- und Verflüchtigungsreaktionen einen wesentlichen Bereich dar. (APA)

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