Preiselbeeren zeigen erfreuliche "Nebenwirkung"

24. Juni 2002, 11:54
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Hindern Bakterien, sich an Zellen des Blasentrakts anzuheften, und schützen damit vor Harnwegsinfektionen

New Brunswick/ New Jersey - Der regelmäßige Konsum von Preiselbeersaft beugt Harnwegsinfektionen vor. Der Saft eignet sich zudem als Mittel gegen Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind. Das berichten Forscher der Rutgers University, der University of Michigan sowie der State University of New Jersey in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins JAMA. In einer Aussendung der Rutgers University betonen die Forscher allerdings, dass Preiselbeersaft nicht zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden soll, sondern als präventive Maßnahme zu sehen ist.

Für die Studie sammelten die Forscher Urinproben von Probanden mit Harnwegsentzündungen. Ein Teil der Versuchspersonen hatte zuvor 220 Milliliter eines Beerencocktails getrunken. Dabei stellte sich heraus, dass der Saft die Antibiotika-resistenten Escherichia-coli-Bakterien davon abhält, sich an den Zellen des Blasentraktes festzusetzen. 79 Prozent der Bakterien wurden daran gehindert, sich an den Zellen anzuheften. "Die Beeren fördern die Spülung der problematischen Bakterien von der Blase in den Harn", so die Studienleiterin Amy B. Jowell von der Rutgers University. Diese Wirkung, so die Forscherin, setzt etwa zwei Stunden nach dem Trinken ein und hält bis zu zehn Stunden an. Ein Glas Saft am Morgen und eines am Abend sei daher wirkungsvoller als eine größere Menge auf einmal zu trinken.

Anti-Adhäsions-Eigenschaft

Bisher gingen die Forscher davon aus, dass Preiselbeeren den Gesundheitszustand der Harnwege durch die Ansäuerung des Urins fördern. Die aktuellen Ergebnisse unterstützen nun aber die Anti-Adhäsions-Eigenschaft der Preiselbeere. Vermutlich ist es der Inhaltsstoff Proanthocyanidin in den Beeren, der die E.-coli-Bakterien davon abhält, sich an die Zellen zu kleben und so eine Infektion auszulösen.

Erst kürzlich genehmigte eine Abteilung des National Institute of Health (NIH) die finanzielle Unterstützung weiterer Forschungen über die Rolle von Preiselbeeren bei der Prävention von Harnwegsinfektionen sowie als Beigabe zu herkömmlichen Antibiotika bei der Behandlung von Infektionen. Zwischen 1992 und 1998 sind in den USA die Fördergelder für die Erforschung von antimikrobiellen Resistenzen um 75 Prozent gestiegen. Finanzspritzen von 13,8 Mio. Dollar im Jahr 1998 scheinen die landesweite Besorgnis über die dramatische Zunahme an resistenten Bakterien widerzuspiegeln. (pte)

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