Generalstreik in Spanien mit starken Auswirkungen auf Flugverkehr

20. Juni 2002, 14:26
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Erhebliche Beeinträchtigungen, aber kein Urlauber-Chaos - Österreich-Strecken kaum betroffen

Der Generalstreik in Spanien hat am Donnerstag den Flugverkehr erheblich beeinträchtigt. Das befürchtete Chaos blieb jedoch aus, da ein großer Teil der Flugverbindungen schon vorher gestrichen oder verlegt worden war. Die spanische Fluggesellschaft Iberia hatte 81 Prozent ihrer für Donnerstag vorgesehenen Flüge abgesagt und leistete die vorgeschriebenen Mindestdienste. Die Linie Air Europa annullierte 48 Prozent der Flüge, Spanair machte keine Angaben. Die Auswirkungen auf Österreich-Strecken waren minimal.

Die Charterflüge für Spanien-Urlauber waren zu einem großen Teil auf Mittwoch vorgezogen oder auf Freitag verschoben worden. Auf der Ferieninsel Mallorca landete am Streiktag praktisch kein Urlauberjet. Zahlreiche Liniengesellschaften aus anderen Ländern sagten ebenfalls einen Teil ihrer Spanien-Flüge ab.

Zwei Drittel der Starts und Landungen gestrichen

Auf dem Flughafen in Madrid wurden nach Angaben der Behörden fast zwei Drittel der 1.020 vorgesehenen Starts und Landungen gestrichen. Bei den Flugverbindungen, die beibehalten wurden, kam es bis zum Mittag zu keinen nennenswerten Störungen. Die großen Gaststätten und die Kioske in den Flughafenhallen blieben geschlossen.

Die Austrian Airlines (AUA) mussten keinen ihrer Spanienflüge streichen. Allerdings waren drei Strecken zum Teil erbeblich verspätet: Der ursprünglich für heute, Donnerstag, 8.00 Uhr vorgesehene Flug Graz - Ibiza und retour sollte 14 Stunden später starten. Ebenfalls für jeweils 22.00 Uhr waren die Relationen Wien - Palma de Mallorca - Wien und Wien - Ibiza - Wien vorgesehen. Der Mallorca-Flug war somit um zweieinhalb, der Ibiza-Flug um elf Stunden verspätet. "Wir hätten auch schon früher starten können. Die 22.00 Uhr-Abflugzeit war Wunsch des Reiseveranstalters", sagte AUA-Sprecher Hannes Davoras zur APA.

Die ÖBB betreiben keinen direkte Zugverbindung nach Spanien, daher gab es auch keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Fahrplan. Allfällige Probleme könnten aber nach dem Umsteigen zwischen Frankreich und Spanien auftreten, das ohnedies unvermeidlich ist, weil das iberische Land eine andere Schienen-Spurweite als die mittel- und westeuropäischen Länder hat. (APA/dpa)

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