"Eden Project" mit ungeahntem Feind konfrontiert: Möwen

23. Juni 2002, 11:00
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Die Tiere sehen in den Kuppeln ihr Spiegelbild und hacken auf den vermeintlichen Gegner los - Lautsprecher sollen sie vertreiben

London - Die futuristischen Plastikkuppeln im botanischen Garten von St. Austell in Cornwall gelten bei vielen Briten als achtes Weltwunder. Auch die Möwen in dieser südwestenglischen Grafschaft fühlen sich offensichtlich vom so genannten Eden Project angezogen - und richten dabei großen Schaden an. Deshalb sollen jetzt über Lautsprecher Warnsignale von Möwen in Gefahr verbreitet werden, um die aggressiven Vögel abzuschrecken, wie Projektleiter Paul Travers am Donnerstag ankündigte.

Das Eden Project, eine 13 Hektar große Gartenanlage, wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Tagebaubergwerks für Porzellanerde in St. Austell errichtet. Hauptattraktion sind die beiden Gewächshäuser für exotische Pflanzen. Deren riesige Kuppeln bestehen aus Tausenden durchsichtigen Kunststoffsechsecken, in denen sich die Umgebung widerspiegelt.

Wie Travers erläuterte, können die Möwen im Anflug auf die Kuppeln ihr eigenes Konterfei sehen. Sie interpretierten dieses als potenziellen Feind und hackten deshalb darauf ein, was den Plastikteilen überhaupt nicht gut bekomme. Mittlerweile seien an manchen Stellen bereits Löcher entdeckt worden. Dem müsse jetzt entgegen gewirkt werden. Zwar verjagten manchmal ein paar Bussarde die Möwen, aber auf die könne man sich nicht ständig verlassen, meinte Travers. (APA/AP)

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