Priesterinnenweihe "missachtet Lehre der katholischen Kirche"

20. Juni 2002, 13:26
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Bischöfe bleiben trotz sinkender Priesterzahlen in der Tradition verhaftet

Wien - Die niedrige Zahl der Priesterweihen in Österreich sei eine "ernste Situation", so Kardinal Christoph Schönborn am Freitag in einer Pressekonferenz zum Abschluss der Sommertagung der Österreichischen Bischofskonferenz. Zum Thema Priesterinnenweihe legten die Bischöfe eine Erklärung vor, in der neuerlich die Ungültigkeit einer "solchen vorgetäuschten Weihehandlung" betont wird. Hier versuche eine kleine Gruppe von Frauen, sich unter "Missachtung der Lehre und Tradition der katholischen Kirche" den Weg zum Weihepriestertum zu "erzwingen".

Die gestern vom Canisiuswerk bekannt gegebenen Zahlen über Priesterweihen seien nicht exakt, so Schönborn. Nach seinen Angaben gibt es heuer österreichweit 18 diözesane Neupriester und 24 Ordenspriesterweihen. Auch sei die Feststellung, es handle sich um einen historischen Tiefstand "unhistorisch". Schließlich habe es etwa in der Zeit der Reformation in Wien 20 Jahre lang keine einzige Priesterweihe gegeben. Schönborn ist "überzeugt, dass weit mehr junge Menschen Berufungen spüren. Es wird ihnen aber zu wenig Mut gemacht". Es sei dies auch eine Frage an die Gesellschaft. "Es wird erst wieder mehr Priesternachwuchs geben, wenn in der Gesellschaft die Wertschätzung für diesen Beruf wieder steigt."

Ein "marginales Phänomen"

Die Priesterinnenweihe, die Ende Juni in OÖ stattfinden soll, bezeichnete der Kardinal als "marginales Phänomen". In der Erklärung der Bischöfe heißt es: "Gemäß der Lehre der katholischen Kirche kann das Sakrament der Priesterweihe nur Männern erteilt werden."

Die Österreichische Bischofskonferenz machte sich die Aussagen des Linzer Diözesanbischofs Maximilian Aichern zu eigen, der in einem Bischofswort die beabsichtigte Aktion als "grundsätzlichen Bruch mit der Kirche" bezeichnet hatte, der aus der Einheit der römisch-katholischen Kirche hinausführen würde. Eine "Weihesimulation" an Frauen wäre nicht nur "ungültig", sondern im erklärten Widerspruch mit der Kirche und könnte möglicherweise auch andere Gläubige in diese Abspaltung von der kirchlichen Gemeinschaft mit hineinziehen.

Schönborn unterstrich, dass es auch andere Wege gebe, in der Kirche zu einem partnerschaftlichen Miteinander von Frauen und Männern zu gelangen. Es gebe einen "unersetzlichen Dienst der Frauen" und einen "unersetzlichen Dienst des Priesters". (APA/red)

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