Apartheid-Opfer klagen Schweizer Banken

20. Juni 2002, 12:55
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Wegen Kredite an südafrikanisches Regime

New York - US-Anwalt Ed Fagan hat in New York die bereits angekündigte Klage im Namen von Apartheid-Opfern gegen die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie das US-Geldinstitut Citicorp eingereicht. Die Klageschrift umfasst 47 Seiten, wie Fagans Kollege Jay Rice am Mittwoch (Ortzeit) mitteilte. Eingereicht wurde sie beim Bundesbezirksgericht in Manhattan. Der zuständige Richter ist Richard Conway Casey.

Umstrittene Kredite

In der Sammelklage wird den Banken vorgeworfen, sie hätten das Apartheidregime in Südafrika unterstützt und von Menschenrechtsverletzungen profitiert. Der Klage zufolge ermöglichten es die Banken, dass ihre Kredite zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, physische und psychische Ausbeutung sowie unmenschliche Behandlung führten. Fagan hatte die Klage bereits am Montag bei einem Auftritt in Zürich angekündigt, wo er heftig attackiert wurde.

55 Milliarden Euro Entschädigung

Nach Angaben Fagans von Montag sollen später auch weitere Firmen und Banken aus Frankreich, England und Deutschland geklagt werden. Angaben zur Höhe der Forderungen wurden zunächst nicht gemacht, doch dürften sie nach Schweizer Medienberichten in zweistellige Milliardenhöhe gehen. Ein US-Anwalt hatte am Sonntag bestätigt, dass Entschädigungszahlungen von mindestens 80 Milliarden Franken (55 Milliarden Euro) im Gespräch seien. (APA/sda)

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