Fortführung scheint gesichert

21. Juni 2002, 17:21
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Neuer Bankkredit über elf Millionen Euro soll Schulgeschäft ermöglichen - Interessentensuche geht weiter

Wien - Ein neuerlicher Bankkredit mit einem Volumen von etwas mehr als elf Millionen Euro sowie erstmals seit Monaten wieder neue Lieferantenkredite sollen den Fortbestand der insolventen Buch- und Medienhandelskette Libro bis zum Schulgeschäft sichern. Das Unternehmen könnte auf diesem Weg bis in den Oktober hinein fortgeführt werden, rechnet ein Branchenkenner.

Im Gegenzug für das überraschende Entgegenkommen der Banken, immerhin musste Libro mit einer horrenden Überschuldung von rund 400 Mio. Euro am Montag Konkurs anmelden, soll der Masseverwalter im Ausgleich zurückgezahlte Bankkredite nicht im Nachhinein anfechten. Hier geht es vor allem um eine Tranche von 19 Mio. Euro, die Libro im Februar an die Banken zurücküberwiesen hat.

Interessentensuche

Am Freitag, in der ersten Sitzung des Gläubigerausschusses, wurde überdies die neuerliche Suche nach Interessenten für Libro und Amadeus in die Wege geleitet. Der Wortlaut der Einladung zur Anbotserstellung bis spätestens 19. Juli ist auf der Homepage des Kreditschutzverbandes abrufbar.

Trotz neuer Geldspritzen steht und fällt die Zukunft Libro mit dem baldigen Verkauf der mehr als 240 Libro- Standorte und 22 Amadeus- Filialen. Die bisher interessierte Morawa-Gruppe hat am Freitag endgültig abgewunken. Weiterhin interessiert zeigt sich die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, 40- Prozent-Eignerin des OÖ Landesverlages, dem früheren Amadeus-Eigentümer. Ein Banker sagte: "Amadeus ist wesentlich leichter zu verkaufen. Für Libro selbst schaut es derzeit sehr finster aus." (Michael Bachner, DER STANDARD, Printausgabe 22.6.2002)

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