Leistungsbilanz weist Überschuss im ersten Jahresdrittel aus

20. Juni 2002, 13:45
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Nach Vorjahresdefizit ist Saldo mit 0,61 Milliarden Euro heuer positiv

Wien - Österreichs Leistungsbilanz weist für die ersten vier Monate 2002 auf Basis von Zahlungsströmen (Cash-Basis) mit 0,61 Mrd. Euro einen Überschuss aus, nach einem Defizit von 0,67 Mrd. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Dies teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag in einer Presseinformation mit.

Die Leistungsbilanz habe sich wie schon in den ersten drei Monaten dieses Jahres auch im April verbessert, hieß es weiter. Die OeNB begründet das "erfreuliche Ergebnis" mit dem niedrigeren Defizit aus Warenzahlungen und mit dem höheren Überschuss aus Dienstleistungen.

Exportplus verringerte Defizit im Außenhandel

Das Defizit der Warenzahlungen ermäßigte sich im ersten Jahresdrittel 2002 von 2,91 auf 1,66 Mrd. Euro, wobei sich die Importe um 3 Prozent auf 28,61 Mrd. Euro verringerten und die Exporterlöse um 1 Prozent auf 26,95 Mrd. Euro stiegen. Der höhere Überschuss der Dienstleistungsbilanz (3,91 nach 2,71 Mrd. Euro) ist zu drei Viertel auf den Anstieg des Überschusses aus dem Reiseverkehr um 0,90 auf 2,63 Mrd. Euro zurückzuführen.

Die Einkommensbilanz wies für die ersten vier Monate dieses Jahres ein um 0,62 Mrd. Euro deutlich gestiegenes Defizit von 0,71 Mrd. Euro aus. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) nennt Saldenverschlechterungen der Einkommen aus Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen als Grund dafür. Das Defizit der Transferbilanz vergrößerte sich um 0,55 auf 0,93 Mrd. Euro, wofür höhere Kapitalabflüsse sowohl aus öffentlichen als auch aus privaten Transfers maßgebend waren.

Die Kapitalbilanz zeigte unter anderem Nettokapitalabflüsse aus Direktinvestitionen. Österreicher tätigten im Berichtszeitraum mit 1,79 Mrd. Euro deutlich mehr Direktinvestitionen im Ausland als ausländische Akteure in Österreich (0,31 Mrd. Euro), woraus sich Kapitalabflüsse von 1,48 Mrd. Euro errechneten (Vorjahreszeitraum: Kapitalzuflüsse von 0,06 Mrd. Euro). Die Teilbilanz Portfolioinvestitionen zeigt im Jahresabstand höhere Erwerbsvolumina sowohl bei Wertpapieranlagen österreichischer Investoren im Ausland als auch bei Wertpapiertransaktionen von ausländischen Anlegern in Österreich (14,15 gegenüber 11,16 Mrd. Euro bzw. 15,61 gegenüber 12,27 Mrd. Euro). (APA)

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