Eine Ladung Gift retour geschickt

20. Juni 2002, 12:39
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Greenpeace pumpt Abwässer eines Pestizidherstellers aufs Fabrikgelände zurück - allerdings in gesicherter Form

Sajobabony/Wien - Vor knapp einer Woche hat Greenpeace sein Regionalbüro in Budapest eröffnet - nun gab es die erste Aktion der Umweltorganisation in Ungarn: Geschützt durch Sicherheitsanzüge pumpten 20 Aktivisten giftiges Abwasser, das der ostungarische Pestizidhersteller EMV in die Theiß-Zuflüsse Babony und Sajo leite, in Fässer und brachten diese zurück zum Firmen-Eingang. Die Fässer kennzeichneten die Aktivisten als "hoch giftig".

Analysen durch das Greenpeace-Labor an der Universität von Exeter in Großbritannien hatten den Angaben zufolge eine große Palette an giftigen Substanzen zu Tage gefördert - darunter chlorierte Herbizide, hieß es in einer Aussendung der Umweltorganisation. Manche der Substanzen seien toxisch für Fische, andere können Krebs verursachen.

Risiken

"Das Hauptproblem sind die chlorierten und andere hochgiftige Herbizide. EMV muss die Produktion auf nicht-chlorierte, weniger toxische Substanzen umstellen, und so rasch wie möglich für eine bessere Abwasser-Reinigung sorgen", forderte Greenpeace-Campaigner Roland Csaki bei der Aktion. Einige der von EMV hergestellten Pestizide seien in Österreich oder Deutschland längst verboten.

EMV ist einer der größten Pestizidhersteller in Ungarn. Die Jahresproduktion umfasst 12.000 Tonnen. Zehn bis 15 Prozent davon sind laut Greenpeace sehr bedenklich. Vor allem chlorierte Herbizide wie Alachlor oder Acetochlor seien ökologisch inakzeptabel. (APA)

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