Wiener Festwochen sind zufrieden

24. Juni 2002, 21:24
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Wien - Am Donnerstag, noch ehe mit "Don Giovanni" am 26. Juni die letzte, längst ausverkaufte Premiere über die Bühne geht, zogen die Wiener Festwochen 2002 - die ersten von Intendant Luc Bondy, Musikdirektor Hans Landesmann und Schauspieldirektorin Marie Zimmermann - in einer Aussendung Bilanz.

In Zahlen

14 Produktionen (Anatol, The Designated Mourner, Apasionada, Uroczystosc - Das Fest, Auf dem Land, Der Meister und Margarita, La Cuisine - Die Küche, Planeta - Planet, Kak ja sjel sobaku - Wie ich einen Hund gegessen habe, U poschukach wtratschenogo tschasu - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Sny - Träume, Le nozze di Figaro, Così fan tutte und Don Giovanni) waren vollständig ausverkauft.

46 Produktionen mit 168 Vorstellungen gab es 2002; 2001 gab es 30 Produktionen mit 134 Vorstellungen. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf stiegen auf 1.876.033 Euro (2001: 1.598.802, 2000: 1.293.576). 58.253 verkauften Kartenbedeuteten 86 Prozent Auslastung, um 0,5 Prozent weniger als 2001. Die gesamte Besucherzahl stieg um 30.000 auf 210.000; darin eingerechnet die 60.000 des Eröffnungsfestes am Rathausplatz, die ausständigen "Dafke!!"-Vorstellungen, das "Fest für Jan Kiepura", die Veranstaltung "WAVES", Einführungen, Symposien, Lesungen und Diskussionen, den geschätzten 5.000 Teilnehmern am Galerien-Rundgang sowie den 83.000 Besuchern der Festwochenkonzerte des Musikvereins.

Inhaltlich

"Die Zusammenarbeit der neuen künstlerischen Leitung hat sich künstlerisch wie organisatorisch bestens bewährt", heißt es in der Aussendung, in der es bei der künstlerischen bzw. inhaltlichen Bewertung des gezeigten Programms u.a. heißt: "Trotz größter Bemühungen und Anstrengungen seitens der Festwochen hielt sich die Neugierde und das Interesse des Publikums für zeitgenössische Opernwerke leider in Grenzen" - zum Musiktheaterprogramm, bei dem "The Turn of the Screw" mit 94-prozentiger Auslastung "zahlenmäßig die erfolgreichste" Produktion war. "Mit der neuen Reihe zeit_zone konnte für die Wiener Festwochen neues Publikum - vor allem Konzertpublikum - gewonnen werden. Leider war der Publikumszuspruch nicht in dem Ausmaße wie erwünscht, was vor allem auf die späte Präsentation des Detailprogrammes im April 2002 zurück zu führen ist".

Beim reichhaltigen Schauspielprogramm wird bedauert, dass "Apasionada" in der Regie von Robert Lepage "leider die großen Erwartungen nicht erfüllen konnte". "Geteilte Aufnahme" bzw. "lebhaftes kontroverses Echo" wird zu "The Designated Mourner" und "Die Erfindung des Lebens" festgehalten, "extrem kontrovers" wären Publikums- und Presse-Reaktionen auf Castorfs "Der Meister und Margarita"-Inszenierung gewesen.

Zu "Anatol" heißt es: "Im Gegensatz zum internationalen Feuilleton reagierten die heimische Presse ebenso wie Teile des Premierenpublikums mit Ablehnung über Luc Bondys mutigen interpretatorischen Neuansatz, in einer neuen Stückfassung Schnitzlers Einakter-Zyklus, befreit von allen (Wien-)Klischees zu inszenieren. Der Publikumsansturm ist ungebrochen. Alle Vorstellungen sind ausverkauft." Für die beiden niederländischen Produktionen "Die Bakchen" und "Portia Coughlan" wird "enttäuschendes Publikumsinteresse" festgestellt, wohingegen für die Festwochen die neue Reihe "forumfestwochen ff" "zu den absoluten Höhepunkten im Schauspielprogramm" zählt. (APA)

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