Schwere Unwetter wüteten in Vorarlberg

20. Juni 2002, 11:38
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Zwischen dem Montafon und dem Raum Hohenems richteten Hagelkörner in der Größe von Taubeneiern schweren Schaden an

Bregenz - Nach den schweren Wärmegewittern, die am gestrigen Mittwochabend über weite Teile von Vorarlberg niedergingen, waren die Feuerwehren mit rund 140 Ausrückungen im Großeinsatz gegen die Naturgewalten. Zwischen dem Montafon und dem Raum Hohenems richteten Unwetter und Hagelkörner in der Größe von Taubeneiern schweren Schaden an landwirtschaftlichen Kulturen, Straßen und Gebäuden an. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Im Montafon wurde in der Gemeinde Gaschurn die Palottatobel-Brücke weggerissen, die Parzelle "Winkel" ist nur über einen Fußgängersteg erreichbar. In Klösterle wurde die L 97 durch eine Mure einen Meter hoch verschüttet. Im Walgau und im Großen Walsertal (Ludesch, Thüringen, Thüringerberg) wurden Bäume entwurzelt und zahlreiche Kanalschächte überflutet.

Im Bezirk Feldkirch wurden in den Gemeinden Sulz, Röthis, Weiler, Klaus und Fraxern durch orkanartige Sturmböen mit Hagel Bäume umgerissen, zahlreiche Neben- und Gemeindestraßen blockiert, Häuser, Autos und Strommasten beschädigt. In Götzis und Altach richteten orkanartige Böen mit schwerem Hagelschlag (Durchmesser bis zu fünf Zentimeter) große Schäden an.

Wie die Österreichische Hagelversicherung am Donnerstag in einer ersten Bilanz feststellte, handelte es sich um das zweitgrößte Schadensereignis in Vorarlberg seit Bestehen der Hagelversicherung. Der Sachschaden wurde von Vorstandssprecher Kurt Weinberger mit rund 500.000 Euro beziffert. Das Hagelunwetter traf laut ersten Ermittlungen der Sachverständigen vor allem Obstkulturen, Gärtnereien und Maiskulturen in den Gemeinden Hohenems (Bezirk Dornbirn) und Götzis (Bezirk Feldkirch). 1993 gab es einen vergleichbaren Hagelschaden im Ländle. (APA)

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