Strasser: Bundesministerium für Inneres fördert Projekte für Frauen

20. Juni 2002, 11:34
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Innenminister dankt der österreichischen Bevölkerung zum Tag des Flüchtlings und warnt vor "versteckter Zuwanderung"

Wien - "Die österreichische Bevölkerung hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder beispielloses geleistet. Bei Krisenherden in und außerhalb Europas haben die Bevölkerung, Hilfsorganisationen und auch staatliche Institutionen große Hilfsbereitschaft und großes Verständnis für die Sorgen, Ängste und Nöte dieser Menschen gezeigt", dankt Innenminister Dr. Ernst Strasser, anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2002 allen Österreicherinnen und Österreichern für ihre Hilfsbereitschaft.

Zentraler Ansatz für Strasser bleibe die Hilfe in der Region und in Verbindung damit die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern. Schließlich sollte jeder Heimatvertriebene die Möglichkeit haben, nach einer Befriedung der Situation wieder in seine Heimat zurückzukehren. Entscheidend ist für Strasser aber auch die weitere Harmonisierung der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik. "Gleiche Standards sind Voraussetzung für eine gerechte Gleichbehandlung innerhalb der europäischen Wertegemeinschaft. Gleiche Standards sind aber auch Voraussetzung dafür, dass es nicht zu einem Asyl- und Migrationsdruck auf einzelne Länder innerhalb der Union kommt", so Strasser.

Warnung vor "versteckter Zuwanderung"

Strasser begrüßt in diesem Zusammenhang, dass auf Initiative der europäischen Innenminister nun beim kommenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Sevilla das Thema "Flüchtlinge und Illegale Einwanderung" ganz oben auf der Tagesordnung steht. "Wir brauchen eine klar geregelte Einwanderung, wir müssen aber auch vermeiden, dass es durch illegale Migration zu einer Einwanderung durch die Hintertür kommt", so Strasser.

Im Bereich des österreichischen Innenministeriums stehen laut Strasser die Arbeiten zu einer Beschleunigung des Asylverfahrens durch eine raschere Erstabklärung und eine Verbesserung der Betreuung für AsylwerberInnen mit Mittelpunkt. "Sowohl Antragsteller als auch Behörde haben ein Interesse an einer raschen Klärung ihrer Situation. Durch überlange und teils auch unbegründete und damit praktische aussichtslose Verfahren, werden Verfahren für wirklich Hilfsbedürftige blockiert. Österreich ist ein Asylland für jene, die es wirklich brauchen. Wir müssen aber sehr aufpassen, dass es unter dem Titel Asyl nicht zu einer versteckten Zuwanderung kommt. Nur so können wir wirtschaftliche und gesellschaftliche Spannungen vermeiden", so der Innenminister.

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich Schwerpunkte im Bereich der besonderen Schutzbedürftigkeit unbegeleiteter Minderjähriger gesetzt, erklärte Strasser weiters. Dies zeige sich durch Aufbau und Förderung von Clearingstellen im Rahmen von Projekten in Wien, Traiskirchen, Mödling, Linz, Graz und Salzburg unter Beteiligung des Europäischen Flüchtlingsfonds sowie einiger Bundesländer.

Frauen

Im Jahre 2002 waren 23% der AsylwerberInnen Frauen, womit entsprechende Initiativen im Bereich des Bundesasylamtes zum Umgang mit besonders sensiblen Flüchtlingsgruppen, wie Frauen, unbegleitete Minderjährige und traumatisierte Personen ihre Aktualität und absolute Notwendigkeit zeigen. Gleichzeitig würden durch das Bundesministerium für Inneres Projekte zur psychologischen Betreuung und sozialen Beratung von Frauen gefördert, so der Innenminister abschließend. (red)

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