Sudans Regierung erobert Rebellenstützpunkt

20. Juni 2002, 18:06
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Während laufender Friedensverhandlungen

Khartum - Drei Tage nach dem Beginn neuer Friedensverhandlungen für den Sudan hat die Regierung in Khartum einen wichtigen militärischen Erfolg über die Rebellen gemeldet. Gemeinsam mit einer verbündeten Stammesmiliz hätten die Regierungstruppen ein Lager der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) nahe der Ortschaft Mankin im Gebiet des Oberen Nils erobert, hieß es in einem Kommunique des Militärs, das die sudanesische Presse am Donnerstag veröffentlichte. Die Rebellen hätten bei den zweiwöchigen Kämpfen schwere Verluste an Kämpfern und Waffen erlitten.

Erst am Montag waren Vertreter beider Konfliktparteien zu einer neuen Runde von Friedensverhandlungen in Kenia zusammengekommen. Inzwischen hätten beide Seiten ihre Bereitschaft erklärt, den Waffenstillstand im Gebiet der Nuba-Berge um weitere sechs Monate zu verlängern, wurde am Donnerstag aus Nairobi berichtet. Der Waffenstillstand war im Jänner unter US-Vermittlung in der Schweiz vereinbart worden. Er soll Hilfsorganisationen den freien Zugang zu dem Konfliktgebiet ermöglichen.

"Bedrohung für die Ölfelder"

"Das (Rebellen-)Lager war eine Bedrohung für die Ölfelder", begründete die Armee ihre jüngste Offensive. "In dieser Schlacht triumphierten die Gläubigen über die Verräter", hieß es in der Mitteilung weiter. Seit 1983 kämpfen Rebellen im christlich-animistischen Süden gegen die islamisch-fundamentalistische Zentralregierung in Khartum. Im Krieg sind bereits rund zwei Millionen Menschen umgekommen. (APA/dpa)

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