Hiddink: "Es ist so lächerlich"

20. Juni 2002, 13:57
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Ahn nach seinem Rauswurf bei Perugia: "Ich werde mein Bestes tun, um in einer besseren Meisterschaft zu spielen" - Panini zieht aus Protest Aufkleber zurück

Seoul/Taejon/Rom - Immer kurioser werden die Reaktionen nach dem WM-Out von Italien und der anschließenden "Kündigung" des Serie-A-Klubs Perugia für den südkoreanischen Goldtorschützen Jung-Hwan Ahn. Peter Velappen, Chef der asiatischen Fußball-Föderation, hat von den Vereinen seines Kontinents einen Boykott des AC Perugia gefordert. Den Vogel schoss aber Panini ab. Der weltgrößte Kleinbildchen-Hersteller zog aus Protest gegen vermeintliche Benachteiligung der Italiener die Bildchen mit den WM-Stars aus dem italienischen Handel zurück.

Ahn auf der Suche nach einem neuen Klub

"Ich werde mein Bestes tun, um in einer besseren Meisterschaft und bei einem besseren Verein zu spielen", erklärte Ahn am Donnerstag nach dem Training des WM-Mitausrichters für das Viertelfinale am Samstag (8.30 Uhr MESZ/live in der ARD und bei Premiere) gegen Spanien. Der 26-Jährige reagierte damit auf die Begründung von Perugias Chef Gaucci, der den Südkoreaner nicht weiter beschäftigen will, weil er "den italienischen Fußball ruiniert" habe.

"Hätte er kein Tor machen sollen?"

Südkoreas Teamchef Guus Hiddink hat unterdessen die Entscheidung von Perugia-Chef Luciano Gaucci als "kindisch" bezeichnet. "Wenn etwa England gegen Frankreich spielt, wird dann Frank Lebouef oder Marcel Desailly nahe gelegt, nicht zu treffen", fragte sich der Niederländer in Taejon. Die Entscheidung ist so lächerlich, dass man gar nicht darüber sprechen sollte. Hätte ich Ahn sagen sollen, er spielt, darf aber kein Tor gegen die Italiener machen?" Der Welt-Fußballverband FIFA will sich aber in die Entscheidung nicht einmischen. "Das geht nur den Klub und den Spieler etwas an", erklärte Kommunikationsdirektor Keith Cooper.

Die Zeitung "Singapore's Today" hat am Donnerstag berichtet, dass Velappen einen Perugia-Boykott verlangt habe. "Ich habe alle Fußball-Funktionäre in China, Korea und Japan gewarnt, Spieler nach Perugia zu schicken. Die sind da nur daran interessiert, Geld mit der Vermarktung der asiatischen Spieler zu machen", sagte Velappen.

Bildchenverbot in Italien

Panini reagiert auf das überraschende Achtelfinal-Aus der italienischen Nationalmannschaft gegen Südkorea auf kuriose Art und Weise, nämlich einem kollektiven Bildchenverbot. Die italienische Firma zog aus Protest gegen die vermeintlich unfairen Schiedsrichterentscheidungen die Bildchen mit den WM-Stars aus dem Handel zurück. Die Entscheidung sei nach dem Spiel gegen die Koreaner gefallen, in dem Italien - wie schon in den vorangegangenen Partien - benachteiligt worden sei, sagte der kaufmännische Leiter Umberto Leone. Auf Rückfrage des Standard.at hieß es allerdings, dass dies nur für den italienischen Markt und keinesfalls für Österreich gelte.

Das für seine Aufkleber weltbekannte Unternehmen bringt jedes Jahr rund 1,2 Milliarden der berühmten kleinen Papiertütchen mit Abziehbildern auf den Markt. Verstörte Sammler tröstete die 1961 gegründete Firma: Wer sein Album bisher nicht füllen konnte, sollte sich vertrauensvoll an den hauseigenen Service für fehlende Panini-Bildchen in Modena wenden - um trotz landesweiter Trauer nach der 1:2-Niederlage weiter über die WM im Bilde zu sein.(APA)

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