Sperrzaun trennt Kalkilia vom Westjordanland

20. Juni 2002, 11:07
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Sharon beschloss Verschiebung der Abgrenzung zum Schutz einer jüdischen Siedlung

Jerusalem - Ein israelischer Sperrzaun entlang der Grünen Linie zum Westjordanland wird die palästinensische Stadt Kalkilia von den restlichen Autonomiegebieten abschneiden. Wie die israelische Zeitung "Haaretz" am Donnerstag berichtete, beschloss Ministerpräsident Ariel Sharon zum Schutz der jüdischen Siedlung Alfei Menash eine Verschiebung der Abgrenzung. Das Ergebnis sei, dass Kalkilia nun zu einer Enklave werde, die nur durch eine einzige Straße noch mit dem restlichen Westjordanland verbunden sei.

Die Arbeiten an dem Sperrzaun, mit dem die Regierung das Einsickern palästinensischer Attentäter auf israelischen Gebiet erschweren will, hatten am Sonntag offiziell begonnen. In einer ersten Phase soll sich die Absperrung auf eine Länge von 110 Kilometern erstrecken, sich später dann auf insgesamt 360 Kilometer ausdehnen. Der Zaun wird entlang der Demarkationslinie, auf palästinensischem Gebiet, aufgestellt.

Unterdessen korrigierte die israelische Polizei die Zahl der Opfer des jüngsten palästinensischen Selbstmordanschlags wieder nach oben. Der Attentäter habe bei seinem Sprengstoffanschlag am Vorabend an einer Bushaltestelle von Jerusalem sieben Israelis mit in den Tod gerissen, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Unter den Opfern sei auch ein fünfjähriges Mädchen und seine Großmutter. (APA)

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