Bundesheer: Stillschweigen über Konsequenzen im Fall Endres

20. Juni 2002, 10:57
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Nach dem betrunkenen verursachten Verkehrsunfall des Grazer Bundesheer-Offiziers wurde das so genannte Kommandantenverfahren diese Woche abgeschlossen

Graz - Nach dem im betrunkenen Zustand verursachten Verkehrsunfall des Grazer Bundesheer-Offiziers und mittlerweile zurückgetretenen Obmannes der Grazer Bürgerwehr, Helge Endres, wurde das das so genannte Kommandantenverfahren diese Woche abgeschlossen. Dies teilte der Vorgesetzte von Oberst Endres, Korpskommandant Alfred Plienegger, auf APA-Anfrage mit. Über den Ausgang des Verfahrens meinte Plienegger nur "no comment". Endres selbst war ebenfalls zu keiner Stellungnahme bereit und berief sich auf "Geheimhaltung".

Abnahme sowohl der Lenkerberechtigung als auch des Heeresführerscheins

Endres, Anfang Juni noch Obmann des Grazer Vereins Bürger für Schutz und Sicherheit - bekannt als Träger der FPÖ-initiierten Grazer Bürgerwehr -, war in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen und hatte im Anschluss den Alkotest verweigert, was einer nachgewiesenen Alkoholisierung gleichkommt. Danach kam es zu einer Abnahme sowohl der Lenkerberechtigung als auch des Heeresführerscheins.

Beim Bundesheer kommt bei disziplinären Fällen für gewöhnlich ein Verfahren in Gang: Dies kann einerseits durch eine Disziplinarkommission oder durch den Vorgesetzten wahrgenommen werden. Im konkreten Fall nahm sich der Vorgesetzte des Verfahrens an.

Endres war bereits nach seinem umstrittenen, dienstwidrigen Auftritt in Heeres-Uniform bei der Präsentation der Bürgerwehr von Plienegger zu einem Gespräch befohlen worden. Endres, der nach wie vor die Funktion eines Presseoffiziers im I. Korps in Graz bekleidet, hatte unmittelbar nach dem Vorfall alle politischen Funktionen in der FPÖ - u.a. als Gemeinderat und Sicherheitssprecher - zurückgelegt. (APA)

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