Bank Austria setzt in Osteuropa auf Privatkundengeschäft

20. Juni 2002, 10:38
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Filialnetz wird ausgeweitet - Zielgruppe sind die "Top 30 Prozent"

Wien - Die Bank Austria Creditanstalt-Gruppe, im HypoVereinsbank (HVB)-Konzern für Mittel- und Osteuropa (CEE) zuständig, will nun in der Region das Privatkundengeschäft ausbauen. Die Zahl der Filialen soll von derzeit rund 800 bis spätestens 2005 auf 1.000 Geschäftsstellen ausgebaut werden, kündigte CEE-Bereichsleiter Martin Grüll am Mittwochabend anlässlich des diesjährigen Bank Austria Europa-Forum an. Expandieren will die Bank Austria Creditanstalt (BA/CA)-Gruppe durch Zukäufe und organisches Wachstum.

Weitere Akquisitionen in Bulgarien und Tschechien seien möglich. In Jugoslawien, Rumänien, der Slowakei sind zusätzliche Filialeröffnungen der bestehenden Tochterbanken geplant. Im Privatkundengeschäft hat die Bank Austria nun neben den gehobenen Privatkunden, den Top 10 Prozent, eine Ausweitung auf eine breitere Basis im Visier. In Ungarn, der Slowakei und in Tschechien sind als Zielgruppe die Top 30 Prozent vorgesehen. Das Potenzial für Bankgeschäft in Mittel- und Osteuropa sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Markt noch nicht gesättigt

Während in gesättigten Märkten wie Österreich 97 Prozent aller Personen über 15 Jahre eine aktive Bankverbindung haben, sind es in den meisten mittelosteuropäischen Ländern deutlich weniger. Lediglich in Slowenien liegt die Bankdurchdringung mit 98 Prozent auf westlichem Niveau. Relativ hoch ist sie laut BA/CA-Angaben in der Slowakei (85 Prozent), in Tschechien (83 Prozent) und Kroatien (80 Prozent). In Ungarn haben 62 Prozent aller über 15-jährigen eine aktive Bankverbindung, in Polen 57 Prozent. In Rumänien liegt sie dagegen nur bei 34 Prozent und Jugoslawien bei 43 Prozent. (APA)

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