Mordserie: Verdächtiger widerrief Geständnisse

23. Juni 2002, 15:52
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Polizei sucht Beweise - Mordkommission untersucht auch andere ungeklärte Frauenmorde

Wien - Im Fall des mutmaßlichen Prostituiertenmörders Helfried B. (36) suchen die Kriminalisten nun nach Sachbeweisen. Dies werde "einige Zeit in Anspruch nehmen", erklärte der stellvertretende Chef des Wiener Sicherheitsbüros, Dr. Ernst Geiger.

Nach einer "Wochenendpause" soll die Befragung des Verdächtigen fortgesetzt werden. Allerdings: "Reden allein nutzt auch nichts", so Geiger, man müsse nach Beweise suchen, um den 36-Jährigen "festnageln" zu können.

Der Mann hatte - wie berichtet - am Freitag drei seiner ursprünglichen Geständnisse zurückgenommen, Prostituierte in Wien und Graz umgebracht zu haben. Die Mordkommission des Wiener Sicherheitsbüros überprüft dem Vernehmen nach derzeit aber nicht nur Tötungsdelikte an Prostituierten, sondern auch andere Frauenmorde, die möglicherweise die "Handschrift" des Verdächtigen (Strangulieren, Erwürgen) tragen.

Laut "Kurier" spricht B. wenig mit den Beamten, dafür aber umso ausführlicher mit der Neurologin Sigrun Roßmanith, die u.a. feststellen soll, ob der mutmaßliche Mörder überhaupt zurechnungsfähig ist. Er habe mit ihr ganz offen auch über Intimes gesprochen, erklärte Roßmanith der Zeitung gegenüber. Für eine Diagnose sei es aber noch zu früh. Bei dem Verdächtigen wurden laut "Kurier" auch Ordner sichergestellt, in denen er in Klarsichthüllen Berichte über Prostituiertenmorde, Sexualverbrechen und Sex mit Kindern gesammelt hat. (APA)

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