Streit zwischen Sharon und Peres

20. Juni 2002, 08:15
16 Postings

Ministerpräsident hätte keine Autorisierung zu folgenschweren Schritten gehabt

Tel Aviv - Eine vollständige, dauerhafte Wiederbesetzung des palästinensischen Westjordanlandes durch die israelische Armee würde Israel teuer zu stehen kommen. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Haaretz" vom Donnerstag müsste Israel für die Verwaltung und die Versorgung der rund 2,5 Millionen Palästinenser umgerechnet rund 850 Millionen Euro zahlen. Wie das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, ist die weiterhin bestehende israelische Zivilverwaltung für das Gebiet außerdem nicht mehr dafür ausgerüstet, diese Aufgabe auszuführen.

Ariel Sharon kündigte langfristige Besetzungen an

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte nach dem blutigen Terroranschlag vom Dienstag angekündigt, die israelische Armee werde von jetzt an auf Anschläge mit der langfristigen Besetzung von autonomen Palästinensergebieten reagieren.

Peres hält Schritt für nicht autorisiertB

Wegen dieser umstrittenen Anordnung ist es inzwischen zum Streit zwischen Sharon und Außenminister Shimon Peres gekommen. Peres vertrat am Mittwoch die Ansicht, dass Sharon nicht autorisiert gewesen sei, eine so folgenschwere und international höchst umstrittene Entscheidung zu verkünden. Stattdessen sprach sich der Minister von der Arbeitspartei dafür aus, direkt gegen die extremistische palästinensische Hamas-Organisation vorzugehen, die sich zu 48 der 120 Selbstmordanschläge in den letzten 21 Monaten bekannt hat. Sharon und Peres trafen sich am Mittwochabend, um ihre Meinungsverschiedenheiten auszuräumen.(APA)

Share if you care.