Israelische Armee in Bethlehem eingerückt

20. Juni 2002, 07:19
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Im Flüchtlingslager von Jenin wurden mehr als 200 Männer festgenommen

Bethlehem/Jerusalem - Die israelische Armee ist nach dem jüngsten Selbstmordanschlag in Jerusalem am Donnerstag auch in Bethlehem eingerückt. Nach Angaben von Augenzeugen drangen Dutzende Panzer in die Stadt ein, über die eine Ausgangssperre verhängt wurde. Nach Angaben von Radio Israel wurde zugleich die Abriegelung der Stadt Nablus weiter verstärkt. Bei dem Anschlag am Donnerstagabend waren sechs Israelis und der Attentäter getötet worden.

Bei Gefechten mit Palästinensern wurden in Kalkilja im Westjordanland zwei israelische Soldaten getötet. Vier weitere Soldaten seien bei den Kämpfen verletzt worden, teilte ein Sprecher der israelischen Armee mit. Er bestätigte zudem den Tod eines palästinensischen Sicherheitsbeamten bei den Kämpfen. Die Armee am Dienstag nach Kalkilija eingerückt.

Vergeltungsanschläge

Als Vergeltung auf den neuen Anschlag griff die israelische Luftwaffe am Mittwochabend mehrere Ziele im Gazastreifen an. Nach Angaben der Armee wurden insgesamt fünf Raketen abgefeuert. Palästinensische Augenzeugen berichteten, dass in Khan Junis im südlichen Gazastreifen die Büros der radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad beschossen worden seien. In Gaza-Stadt und im Flüchtlingslager Jabalia, im Norden des Gazastreifens, seien Metallwerkstätten getroffen worden. Nach palästinensischen Angaben beschossen israelische Panzer auch Wohnviertel in Kalkilja im Westjordanland. Im Flüchtlingslager von Jenin wurden mehr als 200 Männer festgenommen und abtransportiert. (APA/dpa)

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