Vorsorgen für die lieben Kleinen

19. Juni 2002, 20:03
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Der Finanzsektor hat die Kinder längst als neue Klientel entdeckt

Kleine Kinder - kleine Sorgen, große Kinder - große Sorgen. Um zumindest die finanzielle Seite abzusichern, damit die erste Wohnung oder das Universitätsstudium erschwinglich sind, ist eine langfristige Vorsorge goldrichtig. Nichts gegen das "Sparbuch von der Omi", doch der Markt bietet eine Reihe von raffinierteren Produkten, die langfristig mehr Rendite versprechen. Wobei gilt: je früher, desto besser. "Die meisten Eltern kommen, wenn das Kind ein oder zwei Jahre alt ist", berichtet Bernd Hartweger, Marketingchef der Skandia Lebensversicherung aus der Praxis und rät für die langfristige Vorsorge zu Aktien, die über mindestens zehn Jahre - trotz aktueller Flaute an der Märkten - eine Rendite von zehn Prozent aufwärts pro Jahr bringen sollten.

Teddy Cool

Das extra auf Kinder zugeschnittene Vorsorgepaket Teddy Cool, das seit April 2001 angeboten wird, ist eigentlich eine fondsgebundene Er- und Ablebensversicherung: Versicherter ist aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ein Erwachsener, meist Mutter oder Vater, begünstigt ist das Kind. Im Todesfall des Versicherten zahlt Skandia die Prämie bis zum Ende der Laufzeit weiter. Die Mindesteinzahlung beträgt 50 Euro monatlich, die Laufzeit mindestens zehn Jahre. Bei der Veranlagung hat man die Wahl zwischen fünf verschiedenen Fonds, die entweder nur in Aktien, gemischt oder in Rentenwerte investieren. Ein Wechsel zwischen den Fonds ist jederzeit kostenlos möglich. Da liegt es auf der Hand, dass man eine konservativere Veranlagung wählt, wenn das Ende der Versicherungsdauer naht und bereits eine erkleckliche Rendite erzielt wurde. Auch die Nürnberger Versicherung, die Allianz Elementar oder die Wiener Städtische Versicherung setzen mit sehr ähnlichen Produkten auf die jugendliche Klientel.

Die Polizze "Junior's Best" gibt es bei der Städtischen in zwei Varianten: als klassische oder als fondsgebundene Lebensversicherung. Ab dem 18. Lebensjahr -- aber frühestens nach einer zehnjährigen Laufzeit - wird entweder ein einmaliges, fixes Startkapital oder über einen bestimmten Zeitraum ein monatliches Studiengeld ausbezahlt. Als Zusatzleistung sind die Kinder mit "Junior's Best" im Ausland krankenversichert und erhalten im Unglücksfall eine Unfallrente. Nicht zu verachten ist bei Lebensversicherungen der steuerliche Vorteil: Als einzige Steuer fällt die vierprozentige Versicherungssteuer an.

Bekannte Namen

Wer direkt in einen Fonds für Kinder veranlagen will, der wird seinen Nachwuchs vermutlich für den Gamax Funds Junior begeistern können: Er investiert weltweit in Aktien von 80 Unternehmen, deren Namen auch Kinder kennen: etwa Coca-Cola, Nintendo, Walt Disney oder McDonald's. Gamax-Austria-Geschäftsführer Wolfgang Petran, der 1997 das damals innovative und in Österreich bislang einzigartige Produkt kreiert hat, hat auch seiner 13-jährigen Tochter diesen Fonds geschenkt: "Wenn sie heute zu McDonald's geht, weiß sie, dass sie damit ihr Unternehmen unterstützt." Ungeachtet dieser Früherziehung in Sachen Geldanlage schenkt Gamax seinen kleinen Kunden beim Einstieg eine Tüte plus oranges Kapperl und Rechenschieber. (Gerlinde Maschler, DER STANDARD, Printausgabe 20.6.2002)

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