Surf-Schleudergang bei 35 Grad

20. Juni 2002, 13:23
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Donauinselfestmacher hoffen auf Wettersturz am Wochenende

Wien - Von wegen "ideales Inselwetter": Wer dieser Tage mit Anita Hager, seit Jahr und Tag die gute Seele des Donauinselfestes, plaudert, bekommt vor versammelter SPÖ-Mannschaft Stoßgebete zu hören: ein kleiner Wettersturz. Ein bisserl Polarluft. Ein Hauch Schneesturm. Bitte. "Dieses Wetter", weiß Hager, "ist eine Katastrophe."

Denn wenn es am Freitag, Samstag und Sonntag - beim 19. Donauinselfest - immer noch so heiß ist, ist der stundenlange Aufenthalt im Freien schlichtweg gefährlich. Erst recht mit Bier, Drängelei und Musik.

Einen ersten Vorgeschmack von dem, was Sanitätern und Veranstaltern da bevorstehen könnte, gab es Mittwochvormittag bei der Präsentation der Hauptattraktion des Festes zu erleben: Sogar die sonnen-und hitzefesten Profisurfer der "Siemens Mobile Wave" suchten den (spärlichen) schützenden Schatten der rings um die künstliche Wellenreitanlage aufgehängten Lautsprecherboxen auf, wenn sie nicht gerade im Wasser herumkurvten.

Denn auch wenn pro Minute 500.000 Liter Wasser mit bis zu 65 km/h einen spektakulären Whirlpool abgeben, in dem sich eine Hand voll absolut boygroupkompatibler Hübschkörper aus der internationalen Snowboard- und Surfszene auf Brettern hopsend tummelt (und ab und zu ein bisserl gischt ins Publikum spritzt) - bleibt das Gros der Zuschauer doch im (sehr sonnigen) Trockenen. Stundenlang.

Allerdings: Laut Wetterbericht ist Gott Surffan und Sozialdemokrat - schließlich soll es ab Freitag abkühlen. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Print, 20.6.2002)

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