Österreich Werbung exportiert sich selbst

19. Juni 2002, 19:07
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Auslandsvermarktung touristischen Wissens - Rund 27 Prozent des Budgets müssen am freien Markt verdient werden

Wien - Die Österreich Werbung (ÖW), wichtigste touristische Marketingorganisation des Landes, will sich neue Einnahmen auf Auslandsmärkten sichern. "Unsere Vision ist, ein schlagkräftiger Player der europäischen Freizeitindustrie zu werden", sagte ÖW-Chef Arthur Oberascher. Sobald diese Vision spruchreif sei, müsse auch über eine neue Organisationsform der ÖW nachgedacht werden. Privatwirtschaftliche Leistungen sollten sinnvollerweise von Tochterunternehmen der ÖW erbracht werden, und diese müssten sich entsprechend frei am Markt bewegen können.

Die ÖW selbst, die als Verein organisiert ist und zu 75 Prozent dem Bund und zu 25 Prozent der Wirtschaftskammer gehört, könnte in eine GesmbH umgewandelt werden. Übergeordnetes Ziel sei es, der ÖW möglichst viele Geldquellen zu erschließen, um damit "unsere Kernaufgabe, den Betrieben so viele Gäste wie möglich zuzuführen", optimal zu lösen.

48 Millionen Euro Budget

Heuer stehen der ÖW laut Budget etwa 48 Mio. Euro zur Verfügung, davon müssen bereits 13 Mio. Euro am freien Markt verdient werden - sprich durch Verkauf von individuell zugeschnittenen Leistungen an Betriebe und Regionen. Das sind etwa 27 Prozent, und der Anteil muss wegen des tendenziell sinkenden Anteils der öffentlichen Hand weiter steigen.

Die Bundesländer, die vor der Strukturreform der ÖW noch Miteigentümer des Marketingvereins waren, sind jetzt Partner und Kunden. Das heißt, die Länder zahlen keine Pauschale mehr, sondern begleichen das, was sie effektiv bestellt und bekommen haben. (stro, DER STANDARD, Printausgabe 20.6.2002).

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