Nordstaaten im Streit um Ausländerpolitik

19. Juni 2002, 20:05
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Die Verschärfung der Ausländerpolitik in Dänemark führte zu einer scharfen Auseinandersetzung mit Schweden

Ein heftiger Streit um die Ausländerpolitik hat bis knapp vor dem EU-Gipfel in Sevilla die Beziehungen zwischen Stockholm und Kopenhagen schwer belastet. Grund ist die Verschärfung der Ausländerpolitik in Dänemark, die auf Druck der dänischen Rechtsnationalistin Pia Kjärsgaard erfolgte, deren fremdenfeindliche Partei bei den letzten Wahlen zur Mehrheitsbeschafferin für den dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen aufgestiegen ist. Die Zahl neuer Asylbewerber in Dänemark sank um knapp die Hälfte, in Schweden kam es zu einer Verdoppelung der Asylanträge. Die schwedische Einwanderungsministerin Mona Sahlin kritisierte scharf die Ausländerpolitik Kopenhagens als unsolidarisch und egoistisch. Kjärsgaard konterte: "Wir sollten die Öresund-Brücke hochklappen, wenn die Schweden ihre Städte zu ethnischen Schmelztiegeln mit Clankriegen, Fememorden und Massenvergewaltigungen wie in Beirut machen wollen." Vor wenigen Tagen kamen es bei einem Treffen zwischen Mona Sahlin und der dänischen Integrationsministerin Henriette Kjär zur "Streitbeilegung". (ina, Der STANDARD, Printausgabe, 20.6.2002)

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