Israel nimmt in Jenin systematische Personenkontrollen vor

19. Juni 2002, 19:52
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Armee entdeckt Sprengstofffabrik in Flüchtlingslager

Jenin - Die israelische Armee hat im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin nach palästinensischen Angaben Personenkontrollen unter den männlichen Einwohnern vorgenommen. Alle gesunden Männer zwischen 15 und 50 Jahren seien kontrolliert worden, teilten palästinensische Sicherheitskräfte am Mittwoch mit. Demnach wurden sechs Busse bereit gestellt, um Festgenommene abzutransportieren.

Mehr als zehn Mitglieder der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Yasser Arafat und der radikalen Palästinenserbewegung Islamischer Dschihad seien festgenommen worden. Die israelische Armee sprach von fünf Festnahmen. Zudem habe sie im Flüchtlingslager Jenin eine Fabrik gefunden, in der Sprengstoff und Bomben gebaut würden.

Nach palästinensischen Angaben besetzte die israelische Armee das El-Rasi-Krankenhaus in Jenin und nahm dessen Direkor Siad Ayasi fest. Die 70-jährige Mutter des von Israel gesuchten örtlichen Dschihad-Führers Bassam Sadi starb den Angaben zufolge an einem Herzinfarkt, als Soldaten ihr Haus durchsuchten.

Nach dem Selbstmordanschlag mit 20 Toten am Dienstag in Jerusalem hatte die israelische Armee Jenin und das nahe gelegene Flüchtlingslager sowie Kalkilia und Nablus besetzt. Aus Nablus rückte die Armee nach wenigen Stunden wieder aus.(APA)

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