Ägypten und Jordanien lehnen "Übergangsstaat" Palästina ab

19. Juni 2002, 16:41
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Unverständnis für Powells Vorschlag

Treffen zwischen Mubarak und König Abdullah

Kairo/Sanaa/Doha - Ägypten und Jordanien lehnen die von US-Außenminister Colin Powell vor einigen Tagen geäußerte Vorstellung eines palästinensischen "Übergangsstaates" ab. "Wir können nicht verstehen, wie man so etwas wie einen provisorischen Staat gründen könnte", sagte der jordanische Außenminister Marwan Muasher am Mittwoch nach einem Treffen zwischen dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und König Abdullah II. in Amman. Ein Staat Palästina könne nur ausgerufen werden, wenn die Palästinenser vollständige Souveränität auf ihrem Staatsgebiet hätten.

Sein ägyptischer Amtskollege Ahmed Maher fügte hinzu: "Das Einzige, was hier provisorisch ist, ist die israelische Besetzung arabischer Gebiete." Beide Außenminister äußerten die Hoffnung, dass US-Präsident George W. Bush in den nächsten Stunden einen "positiven und ausgewogenen" Plan für die Wiederaufnahme der politischen Verhandlungen vorlegen werde, der letztlich die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit der Hauptstadt Jerusalem zum Ziel habe. Mubarak reiste anschließend zu einem Gespräch mit dem syrischen Präsidenten Bashar Assad nach Damaskus.

Die arabische Presse schraubte unterdessen ihre Hoffnungen auf eine von den USA vermittelte gerechte Friedenslösung für Israel und die Palästinenser weiter herunter. Die jemenitische Regierungszeitung "Al-Thawr" schrieb am Mittwoch: "Die Amerikaner stehen dem Friedensprozess inzwischen so negativ und der israelischen Aggression gegen das palästinensische Volk so positiv gegenüber, dass es jede Vorstellungskraft übersteigt."

Die Zeitung "Al-Raya" aus dem Golfstaat Katar, der enge politische und militärische Beziehungen zu den USA hat, meinte kurz vor der angekündigten neuen Nahost-Erklärung von Bush, es zeige sich immer deutlicher, "dass Bush der Schüler ist und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon der Lehrer". (APA/dpa)

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