Grazer Oberarzt soll Patientinnen sexuell missbraucht haben

19. Juni 2002, 15:41
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Fünf Frauen klagten wegen Übergriffe in einem steirischen Landeskrankenhaus - Internist praktiziert weiter

Graz - Bis hin zum Geschlechtsverkehr sollen die sexuellen Übergriffe eines Oberarztes in einem steirischen Landeskrankenhaus gegangen sein: Seit 1996 soll der 39-Jährige insgesamt fünf Patientinnen belästigt haben. Der Arzt - er praktiziert nach wie vor - stand am Mittwoch in Graz vor Gericht. Der Mediziner sprach von einem Geschehen "in kooperativem Zusammenwirken". Die Verhandlung wurde auf zwei Tage anberaumt.

Zu den Vorfällen soll es im Zuge von verschiedensten Untersuchungen gekommen sein. Einer Patientin mit Kreislaufkollaps wurde befohlen, sich ganz auszuziehen, eine Venenuntersuchung soll nicht bei den Venen Halt gemacht haben und im Zuge eines Schwangerschafts-Ultraschalls soll es schließlich zum Beischlaf gekommen sein.

Er habe - obwohl als Internist im Krankenhaus - bei einer Patientin die Schwangerschaft mittels Ultraschall feststellen wollen. Zu diesem Zweck habe er sie in ein Zimmer geführt und hinter sich zugesperrt "damit nicht plötzlich jemand im Zimmer steht". "Warum haben Sie die Untersuchung selbst durchgeführt? Gleich nebenan war die gynäkologische Station", wunderte sich Richterin Caroline List. "Ich hab' mir gedacht, ich schau' mir das gleich an", so der Angeklagte. Dann hätte eine so "entspannte, nette Atmosphäre" geherrscht, dass es zum Geschlechtsverkehr kam.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt. Ein Urteil wird für den Nachmittag erwartet. (APA)

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