Torpedo-Explosion ist offizielle Ursache des "Kursk"-Unglücks

20. Juni 2002, 12:37
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Atom-U-Boot ist vor knapp zwei Jahren durch die Explosion eines eigenen Torpedos im Bug verunglückt...

Moskau - Das russische Atom-U-Boot "Kursk" ist vor knapp zwei Jahren durch die Explosion eines eigenen Torpedos im Bug verunglückt. Zu diesem Schluss kam die eigens eingesetzte Regierungskommission, wie ihr Vorsitzender und Wissenschaftsminister Ilja Klebanow am Mittwoch in Sankt Petersburg mitteilte.

Sowohl ein Zusammenstoß mit einem fremden U-Boot als auch das Auslösen einer Mine aus dem Zweiten Weltkrieg seien als Ursachen für die Tragödie ausgeschlossen worden. Bei der Übungsfahrt in der Barentssee waren alle 118 Besatzungsmitglieder des Bootes ums Leben gekommen.

"Damit ist die Kommission bei der einzig rechtmäßigen Version geblieben - der Explosion eines 650-Millimeter-Torpedos "Tolstuschka (Dickerchen)"", sagte Klebanow. Diese hochexplosiven Torpedos, für deren Wartung speziell legierte Werkzeuge zur Vermeidung von Funken benötigt werden, seien inzwischen von allen Kriegsschiffen der russischen Flotte entfernt worden.

Mit dieser Mitteilung nahm Klebanow den Abschlussbericht der Kommission vorweg, die Ende des Monats zu ihrer letzten Sitzung zusammentrifft. Klebanow erklärte zudem, dass inzwischen alle Arbeiten zur Hebung der verbliebenen Bug-Fragmente der "Kursk" vom Grund der Barentssee eingestellt worden seien.

Die "Kursk" war im Sommer vergangenen Jahres gehoben und in einem Dock in Rosljakowo bei Murmansk untersucht worden. Die Überreste der Besatzungsmitglieder wurden identifiziert und beerdigt. Das Wrack wurde inzwischen zur Verschrottung freigegeben. Teile des schwer beschädigten Bugs, der vor der Hebung der "Kursk" aus Sicherheitsgründen abgesägt worden war, wurden in den vergangenen Wochen geborgen. (APA/dpa)

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