Stoiber skeptisch zu Regierungsamt für Möllemann

20. Juni 2002, 13:30
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Spitzenkandidat der Unionsparteien: "Alles ist mir nicht zumutbar" - FDP bleibt aber potentieller Koalitionspartner

Berlin - CDU/CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber steht einer Berufung des stellvertretenden FDP-Chefs Jürgen Möllemann in eine künftige bürgerliche Koalitionsregierung skeptisch gegenüber. Auf die Frage, ob es nach einem etwaigen Wahlsieg im September einen Minister Möllemann in seinem Kabinett geben werde, antwortete Stoiber am Dienstagabend im ARD-Fernsehen: "Alles ist mir nicht zumutbar." Er wolle der "Weisheit der FDP keine Grenzen setzen" und hoffe, dass von den Liberalen "noch andere Vorschläge" für Kabinettsmitglieder kämen. Möllemann habe durch seine Attacken gegen Israel und den Zentralrat der Juden seinen eigenen Spielraum erheblich eingeengt.

Im ARD-Morgenmagazin betonte Stoiber am Mittwoch, dass er die FDP als Koalitionspartner von CDU/CSU sehe. Es gebe "sehr viel Gemeinsamkeiten" gerade in der Wirtschafts- und Steuerpolitik. "Die FDP ist sicher unser potenzieller Partner und muss auch schauen, dass sie möglichst stark wird." Prominente FDP-Landespolitiker haben ein Ministeramt für den stellvertretenden Parteichef Möllemann gefordert, wenn die Liberalen an der nächsten deutschen Bundesregierung beteiligt sein sollten. Möllemann, Chef der mit Abstand stärksten FDP-Landesorganisation (Nordrhein-Westfalen), war bereits Vizekanzler und Wirtschaftsminister unter CDU-Kanzler Helmut Kohl gewesen. Ihm wurde im Verlauf der jüngsten Antisemitismus-Debatte unter anderem vorgeworfen, er betreibe eine "Haiderisierung" der FDP.(APA)

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