Wienstrom startet Pilotprojekt "ZukunftsNetz"

19. Juni 2002, 13:35
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Breitband-Internet "i-blizz" ist 20 Mal schneller als ADSL

Wien - Die Wienstrom GmbH startet das Pilotprojekt "ZukunftsNetz" zur Anbindung von Privatkunden an ein Breitband-Glasfaser-Datennetz. Dem Projekt liegt die Breitbandtechnologie "fiber to the home" (FTTH) mit einer Übertragungsleistung von bis zu 10 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zu Grunde. Wie Wienstrom am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt gab, wurde der übertragungsstarke Internetanschluss bereits bei Kunden im 11. Wiener Gemeindebezirk installiert und soll schon demnächst weiter ausgebaut werden.

Das neue Internetangebot soll unter dem Namen "i-blizz" vermarktet werden. Als Partner für die Vermarktung fungiert die Telekomgesellschaft UTA, an der Wienstrom beteiligt ist. "Das Projekt ist kein technischer Versuch, sondern ein Versuch, um die Akzeptanz der Kunden zu erkunden", erklärte Karl Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, den Sinn des Projekts. "Wir bauen das Netz nicht spekulativ, sondern arbeiten vorsichtig, aber mit Druck", so Skyba.

20 Mal schneller

"Die neue Internetverbindung ist 20 mal schneller als die ADSL Technologie und 200 mal schneller als ein herkömmlicher Modemanschluss", beschreibt Wienstrom-Geschäftsführer Reinhard Bremer die Vorteile des neuen Angebots. "Wien hat ein sehr dichtes Kabelnetz und ist absolut reif für diese Technologie", so Bremer weiter. Über 1.000 Kilometer Glasfaserkabel und 2.000 Kilometer Leerrohre seien bereits verlegt worden. "Wir erreichen geschätzte 200.000 Kunden ohne einen Graben ziehen zu müssen", so Bremer. Wienstrom habe durch die realisierten Projekte "Citynet" und das "Wiener Bildungsnetz" bereits Erfahrung mit Glasfasernetzen. Technisch sei das System erprobt.

Je Haushaltsanschluss müssten nur rund 1.000 bis 2.000 Euro investiert werden, während beispielsweise in den USA über 5.000 Euro für eine Breitbandverbindung ausgegeben werden müssten. Ähnliche Pilotprojekte gebe es bereits in Italien mit "Fastnet" und Schweden mit "B2", an die 50.000 bzw. 100.000 Haushalte angebunden haben.

Keine "power line"

Wienstrom betonte, dass das System überhaupt nichts mit "Internet aus der Steckdose", auch "power line" genannt, zu tun habe. "power line" sei lediglich ein System zum überwinden der "letzten Meile", während FTTH eine lückenlose Anbindung mit übertragungsstarken Glasfaserkabeln anbiete. Daher spreche das Angebot eine völlig andere Kundenschicht an. Für den "Download" einer Compactdisc mit 15 Songs (45 MB Datenmenge) benötige der neue "i-blizz"-Anschluss nur 0,6 Minuten, während bei ADSL für die selbe Menge 12 Minuten und bei ISDN 47 Minuten benötigt werden. Das Verhältnis der Übertragungsleistung zwischen herkömmlichem Modem und "i-blizz" betrage 1:3,2 Millionen, hieß es.

Den Kunden wird "i-blizz" in den drei Varianten "mega", "giga" und "terra" angeboten. Bei allen Varianten steht eine Download- sowie Upload-Leistung von 10 MBit/s zur Verfügung. Bei "i-blizz-mega" können pro Monat 10 GB Daten für 69 Euro transferiert werden, bei "i-blizz giga" 30 GB für 119 Euro und bei "i-blizz terra" 100 GB für 299 Euro Grundgebühr. Das einmalige Herstellentgelt kommt jeweils auf 129 Euro. (APA)

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