US-Anwalt Ed Fagan als Zeuge

19. Juni 2002, 13:32
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Das österreichische Recht hat dem Vorsitzenden keine andere Möglichkeit übrig gelassen

Salzburg - Da US-Anwalt Ed Fagan als Zeuge geladen wird und der Salzburger Rechtsanwalt Jürgen Hinterwirth die Vollmacht für die Vertretung der amerikanischen Opferangehörigen niedergelegt hat, ergäben sich für den Staranwalt aus Übersee bessere Chancen bei seinen Zivilprozessen in den Vereinigten Staaten. Diese Meinung vertritt jedenfalls Hinterwirth. Das amerikanische und das österreichische Rechtssystem seien nicht vergleichbar und dadurch, dass die US-Bürger in Salzburg nicht mehr vertreten wären, käme dies vermutlich in Amerika zum Tragen, so Hinterwirth.

Fagan als Zeuge

Jürgen Hinterwirth, ein Kompagnon Fagans, tritt in Salzburg als Privatbeteiligtenvertreter auf. Die Entscheidung von Richter Manfred Seiss, Fagan als Zeugen zu vernehmen, findet der Anwalt in Ordnung, da das österreichische Recht dem Vorsitzenden keine andere Möglichkeit übrig gelassen habe. Aber nach den Buchstaben des amerikanischen Gesetzes würde dies wohl anders beurteilt werden und "gibt somit den Zivilklagen in den USA eine größere Chance", meinte Hinterwirth.

Die Betroffenen des Unglücks von Kaprun könnten ihre Schadenersatzansprüche in den USA besser geltend machen, da sie dort eher Recht erhielten, ist Fagan überzeugt. Der Advokat, der über 120 Opfer vertritt, hat bereits mehrere zivilrechtliche Klagen gegen Firmen, die irgendwie in das Unglück von Kaprun involviert waren, in den USA (u.a. Kalifornien, Florida, Colorado) eingebracht, die alle nach New York zurückverwiesen wurden. Dort brachte er im Namen von Mandanten im Dezember vergangenen Jahres eine konkludierte und ergänzte Sammelklage ein. "Sollten wir Recht bekommen, dann hat dies für die europäischen Unternehmen gravierende Folgen", erklärte der US-Anwalt unlängst. (APA)

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