KSV: CyberTron ohne Einigung mit Telekom Austria insolvent

21. Juni 2002, 15:51
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Entscheidung voraussichtlich nächste Woche

Wien - Die Zukunft des mit insgesamt 60 Mill. Euro verschuldeten börsenotierten Wiener Telekombetreiber CyberTron, nach eigenen Angaben zweitgrößter alternativer Telekomanbieter Österreichs, scheint ungewiss. "Wenn die Verhandlungen mit der Telekom Austria (TA) zu keiner Einigung führen, dann führt kein Weg an der Insolvenz vorbei", sagte Alexander Klikovits vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Freitag nach einem Gespräch mit dem CyberTron-Vorstand.

Eine Entscheidung wird in informierten Kreisen bereits nächste Woche erwartet. Bei CyberTron betont man allerdings, dass es keine "Deadline" gebe. Die Verhandlungen seien nach wie vor im Laufen, so eine Sprecherin am Freitag.

Die TA hatte am Montag sämtliche Bankgarantien für die Verbindlichkeiten der CyberTron - rund 1,7 Mill. Euro - in Anspruch genommen und verlangt nun für die verbliebenen CyberTron-Schulden, deren Höhe vorerst nicht bekannt sind, weitere Garantien oder die Rückzahlung. Wie viel CyberTron der TA noch schuldet ist nicht bekannt. Auch wie hoch die liquiden Mittel der CyberTron derzeit sind, will der Vorstand nicht verraten. Zu Ende des ersten Quartals standen noch liquide Mittel von 3,4 Mill. Euro zu Buche.

Wenig Rückendeckung

Von Seiten der alternativen Konkurrenz erhält CyberTron unterdessen wenig Rückdeckung. UTA-Chef Romed Karre, gleichzeitig Vize-Präsident des Verbands alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), meinte am Freitag vor Journalisten: Es sei ein legitimes wirtschaftliches Interesse, wenn die TA von CyberTron die offenen Schulden einfordere.

Allerdings schränkte Karre ein: Die Vorgangsweise dürfe nicht als gezieltes Instrument zur Destabilisierung eines Telekom-Unternehmens eingesetzt werden. Dies würde letztendlich dazu führen, dass der Markt kleiner wird, warnt der UTA-Chef.

Aktie im Keller

Spekulativ orientierte Käufe hoben die Aktien von CyberTron laut einem Teilnehmer nach den jüngsten Kurseinbrüchen um 6,00 Prozent auf 1,06 Euro nach oben. Die Analysten der Erste Bank haben ihre Einschätzung für die Titel von "neutral" auf "Verkauf" gesenkt. (APA)

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