Wienstrom startet mit Glasfaser für Heimanwender

20. Juni 2002, 10:53
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Breitband-Internet mit bis zu 10 Mbit/s Kapazität - 20 Mal schneller als ADSL - 10 GB Datentransfer kostet pro Monat 69 Euro

Als drittes Unternehmen in Europa bietet der Wiener Elektrizitätsversorger Wienstrom Glasfaser für Privatkunden an. Das Unternehmen öffnet mit dem Pilotangebot i-blizz sein bereits vorhandenes Glasfasernetz für Endkunden. "Wir haben ein Grundnetz in Wien und meinen, dass wir mit Fiber to the Home (FTTH) eine preisgünstige Lösung anbieten können", erklärte Karl Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke am Mittwoch, bei der Präsentation des Projekts in Wien. Er sieht den Pilotversuch vor allem als einen Test des Angebots unter Marktbedingungen. Ein erster Test im 11. Wiener Gemeindebezirk läuft bereits.

Das 20-Fache der Übertragungskapazität eines ADSL oder Kabel-Anschlusses

"Wir benutzen keine neue Technologie. Aber wir machen das Angebot erstmals für Haushaltskunden nutzbar", erklärte auch Wienstrom-Geschäftsführer Reinhard Brehmer. Mit FTTH steht dem Endkunden eine Bandbreite von 10 Mbps zur Verfügung. Das ist das 20-Fache der Übertragungskapazität eines ADSL oder Kabel-Anschlusses. Der Benutzer erhält für den Glasfaseranschluss eine Steckdose mit Ethernet-Anschluss ins Haus. Das Angebot beschränkt sich vorerst auf einen reinen Datendienst, da laut Brehmer Telefon- oder Videoangebote sich frühestens in zwei Jahren rechnen.

Vormerkliste

Wienstrom verfügt nach den Projekten Citynet und dem Wiener Bildungsnetz bereits über rund 1.000 Kilometer Glasfaserstrecken und an die 2.000 Kilometer Leerrohre in Wien. Nach Angaben von Brehmer sind gegenwärtig rund 200.000 Haushalte in Reichweite für blizznet. Auf der Webseite http://www.blizznet.at steht eine Vormerkliste zur Verfügung. Die weiteren Ausbaupläne werden je nach Anzahl der Eintragungen festgelegt. Der Breitbandanschluss soll vor allem in Neubauten angeboten werden. Neubauten werden deshalb bevorzugt, weil Wienstrom für etwa 250 Endkunden einen Technikraum für den Endknoten benötigt.

Infrastruktur

Der Elektrizitätsversorger tritt während der Pilotphase auch als Internet Service Provider auf. Später will sich das Unternehmen auf die Rolle des Infrastrukturanbieters beschränken. Die Vermarktung des Angebots soll über die Minderheitstochter UTA abgewickelt werden. Der Preis beträgt je nach Übertragungsleistung zwischen 69 für 10 GB und 229 Euro für 100 GB im Monat.(pte)

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