PVA: Ehemaliger Generaldirektor bei vollen Bezügen freigestellt

19. Juni 2002, 17:02
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"Kein adäquater Posten" für SP-Ehrenstein - Beide Generaldirektoren-Stellvertreter werden aber gleichwertig weiter beschäftigt

Wien - Die Fusion der Pensionsversicherungsanstalten von Arbeitern (PVArb) und Angestellten (PVAng) sorgt nicht nur wegen des Karriere-Sprungs von FP-Sozialsprecher Reinhart Gaugg für einige Probleme. Da der Generaldirektor der PVAng, Ewald Wetscherek (V), diesen Posten nun auch für die zusammengeführte Anstalt PVA ausübt, ist für PVArb-Generaldirektor Ferdinand Ehrenstein (S) kein Platz mehr. Er ist seit 1. Juni und bis zum Ende des Jahres bei vollen Bezügen freigestellt, wurde der APA aus der Pensionsversicherung bestätigt.

So schreibt Wetscherek auch in einem der APA vorliegenden Papier an Sozialminister Herbert Haupt (F): "Gemäß Par. 538d Abs. 5 ASVG wurde ich ab 1. Juni 2002 als Nachfolger von Herrn Generaldirektor HR Ferdinand Ehrenstein in der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter bestellt. Da eine gleich gelagerte Beschäftigungsmöglichkeit nicht mehr gegeben ist, war HR Ehrenstein mit diesem Termin frei zu stellen."

Beide Generaldirektoren-Stellvertreter werden gleichwertig beschäftigt

Während Ehrenstein also bei vollen Bezügen freigestellt und sein weiteres Schicksal offenbar ungeklärt ist, dürfen sich die bisherigen Generaldirektoren-Stellvertreter auch in Zukunft über schöne Posten freuen. Sowohl Robert Freitag (PVAng/S) als auch Margarete Krösswang (PVArb/V) amtieren laut Wetscherek-Schreiben bis 31. Dezember dieses Jahres als Stellvertreter des neuen leitenden Angestellten (Wetscherek, Anm.) in der PVA. Aber auch danach stünde ihnen wohl kein Gehaltsverlust ins Haus. Denn in dem Schreiben Wetschereks heißt es: "Ab 1. Jänner 2003 sind sie auf Grund der Universalsukzessionsregelung des Par. 538a Abs. 2 ASVG in der neuen Anstalt in gleichwertiger Dienststellung zu beschäftigen."

Bis zu 10.000 Euro für Ehrenstein

Ehrenstein dürfte während seiner Freistellung bis Jahresende etwa 10.000 Euro pro Monat verdienen. Dies wurde der APA auf Anfrage aus der Pensionsversicherung mitgeteilt. Immerhin sei Ehrenstein schon seit rund 30 Jahren in der Sozialversicherung tätig und käme daher auf eine entsprechende Gehaltsstufe.

Hätte mit Gaugg kandidieren müssen

Der Grund dafür, dass Ehrenstein im Gegensatz zu den Generaldirektor-Stellvertretern keinen Posten mehr in der vereinigten PVA bekommt, klingt interessant. Demnach gebe es für ihn als Generaldirektor von der Dienstordnung her keinen adäquaten Posten mehr. Denn die Aufgabe des Generaldirektors nehme nun einmal Ewald Wetscherek von der PVAng ein. Ehrenstein hätte also als Stellvertreter - gewählt wurde hier FP-Sozialsprecher Reinhart Gaugg - kandidieren müssen, um weiter einen Anspruch auf einen Posten in der PVA zu haben, hieß es. Für die jeweiligen Stellvertreter Robert Freitag und Margarete Krösswang seien nämlich ihrem jetzigen Status entsprechende Aufgaben auch künftig vorhanden.

Dies bedeute, dass Freitag und Krösswang ab 2003 beispielsweise für die Leitung von Landesstellen oder Verwaltungs-Direktoraten die Zuständigkeit bekommen könnten, hieß es zur APA. Bis zum Jahresende freilich gebe es ja zumindest auf dem Papier noch die beiden Anstalten, ergo würden Freitag und Krösswang noch als Stellvertreter von Wetscherek, der bereits jetzt für beide Pensionsversicherungen zuständig ist, weiter fungieren.

Aber auch danach kommt es zu keinen finanziellen Einbußen für die beiden. Denn die Gesetzeslage stelle klar, dass die Generaldirektoren-Stellvertreter in der vereinigten Versicherungen keine Gehaltsverluste hinnehmen dürften. Dies gelte auch für sämtliche Zulagen. (APA)

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