Fünf Millarden Euro zusätzlich

19. Juni 2002, 12:49
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Anheben der Forschungsquote auf 2,5 Prozent ist teuer - Wirtschaftskammer will OeNB-Überschüsse

Wien - Um das Ziel der Regierung zu erreichen, die Forschungsquote bis 2005 auf 2,5 Prozent anzuheben, sind nach Berechnungen des Wifo bis 2005 insgesamt knapp 5 Mrd. Euro zusätzlich zu den bisherigen Ausgaben erforderlich. "Die Wirtschaft will die Hauptlast der notwendigen Aufwendungen tragen", erklärte am Mittwoch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl bei einem Pressegespräch in Wien anlässlich der Europa-Tagung des renommierten Massachussets Institute of Technoloy (MIT) am Mittwoch und Donnerstag in Wien.

Aber auch der Staat dürfe nicht aus der Pflicht entlassen werden. Verbunden mit einer offensiven Dotierung der ordentlichen Budgets sollten langfristig verfügbare außerbudgetäre Quellen wie die Überschüsse der Nationalbank (OeNB) für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden, forderte Leitl. Den Vorschlag von Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher auf dem Tisch, 20 Prozent der OeNB-Dividende für Forschung zweckzuwidmen, geht für Leitl in die richtige Richtung.

Erfolgsfaktoren

Die Wirtschaftskammer hat seit 1984 einen Kooperationsvertrag mit dem MIT, für Leitl "das beste Forschungsinstitut der Welt". Die Kosten dieser Zusammenarbeit bezifferte Leitl mit 100.000 Euro pro Jahr, die österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen den Anschluss an Spitzentechnologien ermöglichen. Derzeit kooperieren nach Angaben der Wirtschaftskammer rund 50 heimische Firmen mit dem MIT.

Das MIT veranstaltet seit einigen Jahren derartige Tagungen in Europa und Japan, heuer findet sie erstmals in Wien statt. MIT-Forscher und -Verantwortliche treffen dabei auf Unternehmer und Forschungs-Verantwortliche der jeweiligen Regionen, um die neuesten MIT-Forschungen und ihre Relevanz für die Industrie zu diskutieren. MIT-Präsident Charles Vest nannte bei dem Pressegespräch zwei Faktoren, die für den Erfolg der US-Wissenschaft ausschlaggebend seien und von denen Europa und Österreich lernen könne. Es seien dies das hoch kompetitive und sehr ausdifferenzierte System der höheren Bildung in den USA sowie die Patentregelungen für die Universitäten.

Die Institutionen der höheren Bildung stünden untereinander in einem scharfen Wettbewerb um die besten Köpfen und die besten Ideen, sagte der MIT-Chef. Zudem sei das Bildungssystem sehr differenziert, es gebe Forschungsuniversitäten wie das MIT, große öffentliche Institutionen, kleinere spezialisierte Einrichtungen. "Dieser Mix ermöglicht den Studenten, das richtige für sich zu finden", so Vest. (APA)

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