Lufthansa erwartet kräftigen Ergebnisanstieg

19. Juni 2002, 12:29
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Nach Gewinneinbruch 2001 winkt Aktionären heuer wieder Dividende

Köln - Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr erwartet die Deutsche Lufthansa im laufenden Jahr wieder ein operatives Konzernergebnis in Höhe von rund 400 Mill. Euro. Das Unternehmen bleibt mit dieser Prognose im Rahmen der Analysten-Erwartungen.

Voraussetzung für ein Ergebnis in dieser Höhe sei jedoch, dass sich die Nachfrage im Luftverkehr weiter erhole und es zu keinen neuen Anschlägen oder Kriegen komme, sagte Lufthansa-Chef Jürgen Weber am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Konzerns in Köln. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa beim operativen Ergebnis einen Ergebniseinbruch auf nur noch 28 Mill. Euro verzeichnet. Das Unternehmen machte dafür die weltweite Konjunkturschwäche und die Anschläge vom 11. September in den USA verantwortlich.

Dividende

Ferner bekräftigte Weber, dass die Lufthansa für 2002 wieder eine Dividende zahlen könne, nachdem die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2001 leer ausgegangen waren. Es war das erste Mal, dass Weber eine Prognose für das Jahr 2002 abgab. Bei der Bilanzpressekonferenz Ende April hatte er lediglich erklärt, das Ergebnis werde deutlich besser als das von 2001 ausfallen, aber niedriger als der Gewinn von 2000, als das Unternehmen 1,04 Milliarden Euro verdient hatte. Von Reuters befragte Analysten hatten für 2002 eine Prognose zwischen 335 und 435 Mill. Euro erwartet.

Für die Zukunft ließen die Buchungszahlen eine weitere Erholung erwarten, sagte Weber. Im Mai hatte sich der Passagierrückgang bei der Lufthansa auf die niedrigste Rate seit dem 11. September verlangsamt. Die Auslastung stieg und auch das Frachtvolumen erhöhte sich.

Stabiles Wachstum

Weber kündigte an, das Unternehmen werde an der Strategie der flexiblen Kapazitätssteuerung festhalten und auch künftig keine Passagiere mit Dumping-Preisen an Bord locken. "Wir wollen stabil wachsen, und die Durchschnittserlöse sollen stabil bleiben", betonte er. Das Vordringen von immer mehr Billig-Fluglinien in den deutschen Markt beurteilte der Konzern-Chef gelassen. Die Billiganbieter hätten lediglich einen Anteil von weniger als drei Prozent am Luftverkehrsaufkommen in Deutschland. "Weil wir unsere Stärken und Handlungsmöglichkeiten kennen, werden wir nicht nervös, sondern können gelassen bleiben". Die Lufthansa habe die Kompetenz, jederzeit die passenden Antworten auf Marktveränderungen zu geben. "Wir könnten, wenn wir wollten", sagte Weber. Das Unternehmen hatte bereits mehrfach erklärt, es habe bei Bedarf Pläne für den Aufbau einer Billigfluglinie in der Schublade.

Aktie im Plus

Die Lufthansa-Aktie notierte in einem schwachen Marktumfeld gegen Mittag mit 0,93 Prozent im Plus bei 14,18 Euro. (APA/Reuters)

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