"Diese Operation bedeutet nicht, dass ich gern töte"

19. Juni 2002, 11:50
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23-jähriger Palästinenser hinterließ Abschiedsbrief

El Faraa - Der palästinensische Selbstmordattentäter, der am Dienstag bei dem Anschlag auf einen Linienbus in Jerusalem 19 Israelis mit in den Tod riss, hat nach eigenen Worten nicht unbedingt sterben wollen. In einem Abschiedsbrief an seine Familie schrieb der 23-jährige Mohammed el Ghul: "Diese Operation bedeutet nicht, dass ich gern töte oder gern getötet werde. Ich habe dies getan, damit künftige Generationen ein besseres Leben haben." Er habe bereits drei Anschläge versucht, die jedoch alle "an den Umständen" gescheitert seien. An seine Mutter schrieb er: "Sei nicht traurig, weine nicht, sondern sei stolz, dass ich ein Märtyrer bin."

Der Brief war auf den 15. Juni datiert - drei Tage, bevor der Palästinenser am Dienstagmorgen einen voll besetzten Bus bestieg und sich selbst in die Luft sprengte. Ghuls Mutter fand das Schreiben im Zimmer ihres Sohnes. Sie hatte nicht glauben wollen, dass ihr Kind tatsächlich für den blutigen Anschlag in Jerusalem verantwortlich war, wie die Lautsprecher im Flüchtlingslager El Faraa im Norden des Westjordanlands verkündeten. Die Behörden gehen jedoch davon aus, dass Mohammed el Ghul zumindest einige seiner neun Geschwister vor der Tat eingeweiht haben könnte. Eine der Schwestern wurde nach dem Attentat festgenommen. (APA)

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    Mohammed al-Ghul

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