Dalia Rabin: Sharon muss Palästinensern endlich etwas anbieten

19. Juni 2002, 16:46
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Vize- Verteidigungs-
ministerin für Ausscheiden der Arbeiterpartei aus Regierungskoalition

Jerusalem/Hamburg - Israels stellvertretende Verteidigungsministerin Dalia Rabin-Pelossof hat die Politik von Ministerpräsident Ariel Sharon scharf kritisiert. In einem Interview mit der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit" sagte sie: "Sharon müsste den Palästinensern endlich etwas anbieten, einen palästinensischen Staat und den Abbau von Siedlungen." Die Tochter des 1995 ermordeten Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin plädiert dafür, dass ihre Partei, die von Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer geführte Arbeiterpartei, die Koalition der Nationalen Einheit verlässt. "Ja, ich bin dafür. Es gab schon viele Momente, wo dies hätte geschehen müssen", sagte sie. Sie habe einen neuen Zeitpunkt vor Augen, den sie allerdings derzeit nicht verrate."

Die Vize-Verteidigungsministerin sagte, sie halte nichts von einer internationalen Nahost-Konferenz. Juden und Palästinenser müssten ihre Probleme bilateral lösen. "Einen kalten Frieden wie mit Ägypten oder Jordanien können wir uns nicht leisten, dazu leben wir zu eng zusammen, sind Juden und Palästinenser zu stark miteinander verknäuelt." Gesprächspartner für Israel müsse weiterhin Präsident Yasser Arafat sein, sagt Dalia Rabin. Es gebe außer ihm keinen, mit dem man erfolgreich verhandeln könne. "Arafat ist kein netter Mensch, das wissen wir." Die 52-jährige Politikerin lehnt auch den Bau eines Sperrzauns zwischen Israel und dem Westjordanland ab. Dieser würde eine endgültige Grenze markieren. "Dafür ist es noch zu früh", sagte sie. (APA/dpa)

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